„Wir werden Entscheidungen treffen, wenn sie anstehen“, sagte der frisch vereidigte Bundeskanzler Olaf Scholz dem Fernsehsender Welt. „Die Olympischen Spiele sind auch immer ein Beitrag für das Miteinander in der Welt.“ Anders als die Regierungen in den USA, Großbritannien, Australien, Neuseeland und zuletzt auch Kanada, möchte sich die neue Bundesregierung noch nicht festlegen, ob offizielle Regierungsvertreter zu den Olympischen Spielen reisen oder nicht. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sprach sich dagegen aus. „Nein, das ist etwas, was ich sehr skeptisch sehe, dass man Olympische Spiele boykottiert“, sagte Klingbeil dem Radiosender ffn. Große Sportereignisse seien aus seiner Sicht immer auch „eine Möglichkeit, gezielt auf kritische, gesellschaftliche Entwicklungen hinzuweisen“.

Klare Ansagen aus London und Canberra

Großbritanniens Premierminister war da weniger zurückhaltend. Es handle sich „effektiv um einen diplomatischen Boykott“, sagte Boris Johnson im Parlament in London. „Wie ich bereits zuvor sagte, unterstützen wir keinen sportlichen Boykott. Aber es gibt keine Pläne, dass Kabinettsmitglieder die Olympischen Winterspiele besuchen.“ Ähnlich hatte sich zuvor auch der australische Premier Scott Morrison in Sydney geäußert. Als Grund führte er eine Reihe von Missverständnissen zwischen den Regierungen in Canberra und Peking an, darunter Chinas Kritik an Australiens Entscheidung zur Anschaffung von nukleargetriebenen U-Booten. Seine Regierung, so Morrison, habe wiederum „Menschenrechtsverstöße in Xinjiang und andere Themen“ angeprangert, doch habe die chinesische Regierung keine Gesprächsbereitschaft gezeigt.

Hat keine Probleme damit, die chinesische Führung zu verärgern: Australiens Premier Scott Morrison

Einen sportlichen Boykott werde es allerdings nicht geben. Australiens Athletinnen und Athleten sollen – genau wie das britische Team – an den Spielen in Peking teilnehmen. „Australien ist eine große Sport-Nation, aber ich halte Fragen des…