„Keine Angaben“ lautet die trockene Antwort der Pressesprecher vonGES-2, des neuen Kulturmagnets im Zentrum von Moskau, auf die Anfrage der DW, was das Projekt gekostet hat.

Die 36.000 Quadratmeter große Ausstellungsfläche im Herzen der russischen Hauptstadt, verteilt auf mehrere Gebäude auf einem mehr als zwei Hektar großem Grundstück, dürfte ein enormes Budget verschlungen haben. Erst recht, wenn man bedenkt, dass das majestätische, aber marode und stillgelegte Kraftwerk aus dem frühen 20. Jahrhundert von keinem Geringeren als dem berühmten italienischen Architekten Renzo Piano zu neuem Leben erweckt wurde. Laut der offiziellen Agenda soll GES-2 – so der beibehaltene frühere Name des Kraftwerks, das vor allem das Moskauer Straßenbahnnetz versorgte – nun kreative Energien in die Adern der russischen Metropole speisen.

Prominenter Besucher: Russlands Regierungschef Putin mit Financier Michelson und Kulturmanagerin Mavica

Vor dem Eingang stehend blickt der Besucher direkt zum nur wenige hundert Meter entfernten Kreml, der gegenüber auf der anderen Uferseite der Moskwa liegt. Somit hatte Präsident Putin keinen weiten Weg, um als erster Gast das Gebäude zu besichtigen. Schnellen Schrittes lief der russische Staatschef durch die lichten Räume, klimperte gar eigenhändig einige Töne auf dem neuen Steinway-Flügel im Konzertsaal und lieferte den russischen Medien das Kulturthema des ausklingenden Jahres: In Moskau ist das russische „Centre Pompidou“eröffnet worden. Star-Architekt Renzo Piano hat schließlich seinerzeit auch das Kulturzentrum in Paris, benannt nach dem französischen Staatspräsidenten Georges Pompidou, gebaut.

Auch im Bereich zeitgenössische Kunst zeigt man sich nun in Russland – wie bereits im Weltall oder Ballett – an der Spitze der Weltavantgarde. „Auftrag erfüllt“ heißt das für Leonid Michelson, der als reichster Mann Russlands gilt und das Projekt finanziert hat. Michelson leitet den von ihm gegründeten, privaten Gaskonzern…