Coronavirus
Omikron-Mitentdecker: Vorläufer gibt es schon sehr lange

Wolfgang Preiser ist Mitglied des Forschungskonsortiums, das die Omikron-Variante entdeckt hat. Foto: Christoph Soeder/dpa

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Flammt die Pandemie mit Omikron wieder heftiger auf? Die neue Variante wurde zuerst im Süden Afrikas entdeckt und verunsichert die Welt. Wobei sie ganz so neu wie vielfach angenommen wohl nicht ist.

Vorläufer der kürzlich entdeckten Corona-Variante Omikron dürften ihrem aus Deutschland stammenden Mit-Entdecker zufolge schon sehr lange existieren.

«Nach derzeitigem Kenntnisstand hat sich eine frühe Form von Omikron schon vor der Entstehung von Alpha und Delta als eigener Virustyp entwickelt», sagte Wolfgang Preiser von der Stellenbosch University in der Nähe von Kapstadt der Deutschen Presse-Agentur. Er ist Mitglied des Forschungskonsortiums, das die Variante entdeckt hat.

Dieser Virustyp habe sich dann vermutlich über viele Monate weiterentwickelt, ohne aufzufallen, sagte Preiser. «Die Frage ist: Wieso blieb Omikron so lange verborgen und legt erst jetzt los? Fehlten noch ein, zwei Mutationen, um sich schnell verbreiten zu können?» Die bislang ältesten bekannten Nachweise der Variante stammen aus der ersten Novemberhälfte.

Viele Mutationen

Die zuerst in Südafrika und Botsuana entdeckte Variante hat besonders viele Mutationen. Sie betreffen unter anderem das Spike-Protein, über das die Viren an menschliche Zellen andocken. Zudem gibt es Mutationen in der Nähe der sogenannten Furin Cleavage Site, einer Region, die eine Rolle bei der Aufnahme des Virus in menschliche Zellen spielt.

In Deutschland waren laut Robert Koch-Institut bis Mittwoch vier Fälle der Omikron-Variante durch Genomsequenzierung bestätigt – allesamt Reiserückkehrer aus Südafrika….