Den Wiederaufbau von historischen Gebäuden mit streitbarer Vergangenheit dürften sich deutsche und Berliner Regierung in Zukunft sehr, sehr gut überlegen. Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses, jetzt Sitz des Humboldt Forums, war nicht nur sehr teuer (680 Millionen Euro), sondern ist seit dem Entschluss dazu höchst umstritten.

Bewegte und vielschichtige Geschichte

Das Stadtschloss wurde Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet und war eines der prominentesten Bauten in der Mitte von Berlin. Es diente Kurfürsten, preußischen Königen und dem deutschem Kaiser als Residenz. König Friedrich Wilhelm VI. setzte dem Schloss 1848 die Kuppel mit dem Kreuz auf – als Symbol seiner engen Verbindung zu Gott und um die Monarchie als von Gott legitimierte Regierungsform zu betonen. Hierbei wurde auch der von ihm montierte Bibelspruch angebracht, der Anlass für die jetzigen Debatten ist.

„Es ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, denn in dem Namen Jesu, zur Ehre Gottes des Vaters. Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.“

Nach dem Ende des Kaiserreichs 1918  wurde das Schloss Sitz von Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen und das meistbesuchte Museum in Berlin. Im Zweiten Weltkrieg war das Schloss teilweise ausgebrannt, 1950 wurde es in der Deutschen Demokratischen Republik gesprengt. Während der DDR-Zeit stand hier der zentrale Palast der Republik, Sitz der Volkskammer. Das Parlament beschloss den Wiederaufbau 2002.

Die Geschichte des Berliner Stadtschlosses

Berliner Stadtschloss um 1900

Der Grundstein wurde bereits 1443 gelegt, seine endgültige Gestalt erhielt die Residenz ab 1701. Baumeister Andreas Schlüter gestaltete die Schlossfassaden nach italienischem Vorbild. Das Berliner Stadtschloss galt als größtes Barockbauwerk nördlich der Alpen, es hatte 1210 Räume.

Die Geschichte des Berliner Stadtschlosses

Schäden nach dem Krieg

Während des…