Um es gleich klarzustellen: Es geht nicht um Wolfgang Amadeus Mozart, sondern um seinen Sohn. Franz Xaver Wolfgang Mozart, der lebenslang als „Mozart figlio“ unterschrieb, war das jüngste Kind des Musikgenies und dessen Frau Constanze. Franz Xaver mit dem Rufnamen Wolfgang war nur vier Monate alt, als der berühmte Vater 1791 in Wien starb. Dennoch trat er in seine Fußstapfen und wurde auch Musiker.

Über drei Jahrzehnte – und damit fast sein ganzes erwachsenes Leben – hat Franz Xaver in der ukrainischen Stadt Lemberg, heute Lwiw, verbracht. Er kam mit 17 als Privatlehrer an den damaligen Rand des Habsburgerreiches, verliebte sich in eine Aristokratin, blieb und prägte maßgeblich das Kulturleben der Stadt. Der „Lemberger Mozart“ war Komponist, Dirigent, Gründer des lokalen Konzertvereins. Zum 35. Todestag seines Vaters dirigierte er erstmals dessen Requiem in Lwiws Sankt-Georgs-Kathedrale.

Eine Würdigung, die zum Streitfall wurde

Es geht also um einen hochverdienten und wichtigen Bürger des heutigen Lwiw, das sich als ukrainische Kulturmetropole und Pforte zu Westeuropa definiert. 2017 wurde das Festival LvivMozArt gegründet – mit dem Ziel, die Stadt zum Treffpunkt für ukrainische und westeuropäische Kultur zu machen. Die ukrainische Stardirigentin Oksana Lyniv war Mitinitiatorin und übernahm die künstlerische Leitung.

Großes Presseaufgebot bei der Eröffnung des Franz Xaver Mozart Denkmals am 26. August 2021

Auf ihre Initiative geht auch das Projekt eines Mozartsohn-Denkmals in Lwiw zurück. Drei Jahre lang dauerten die Vorbereitungen, damit zum angepeilten Ziel – dem 230. Geburtstag des Musikers 2021 – die Einweihung stattfinden konnte. Sponsorengeld wurde für die Aktion akquiriert. Im April 2021 wurden die Entwürfe in Lwiw präsentiert. Den Zuschlag bekam der deutsch-österreichische Bildhauer Sebastian Schweikert. Schweikert, geboren 1966 in Brandenburg und in Wien und Salzburg tätig, ist ein Schüler des berühmten Wiener Malers und…