Kriminalität
Missbrauch in Kirche: 1500 Anträge auf Ausgleichszahlungen

Der Beschluss der deutschen Bischöfe vom September 2020 sieht den Opfern finanzielle Leistungen von bis zu 50.000 Euro vor. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

© dpa-infocom GmbH

Seit Januar sind Ausgleichszahlungen für Opfer sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche neu geregelt. Es so viele Anträge bei der zuständigen Kommission eingegangen, dass sie aufrüsten muss.

Seit Beginn des Jahres sind bei der katholischen Kirche 1509 Anträge auf Zahlungen für Opfer sexuellen Missbrauchs eingegangen.

Über 519 davon sei bereits entschieden worden, teilte die Unabhängigen Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) in Bonn mit.

Opfer von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche können nach einer Neuregelung der Anerkennungszahlungen seit Anfang des Jahres höhere Summen beantragen. Der Beschluss der deutschen Bischöfe vom September 2020 sieht finanzielle Leistungen von bis zu 50.000 Euro vor. Wie hoch die Zahlungen sind, die sich aus den 519 beschiedenen Anträgen ergeben, teilte die Kommission zunächst nicht mit.

«Wir haben ein wichtiges Etappenziel erreicht», hieß es in der Mitteilung der Kommission. Die Zahlen hätten sich «im Laufe des Jahres erheblich dynamisiert». Und künftig sollen Anträge schneller bearbeitet werden können, denn die Kommission soll personell aufgestockt werden.

«Wir haben erstmals mehr als 100 Anträge in einem Monat entscheiden können. Ein Drittel aller eingegangenen Anträge haben wir nun geschafft», sagte die UKA-Vorsitzende, Margarete Reske. «Die Zahl der noch zur Bearbeitung vorliegenden Anträge befindet sich mit 990 jetzt unter der Tausendergrenze. Dieses wichtige Etappenziel wollten wir unbedingt erreichen.»

Der Missbrauchsskandal beschäftigt die…