Sehen Sie im Video: Jill Biden wird von vorlautem Kind unterbrochen – doch der Clip ist ein Fake.

Dieses Video soll einen unflätigen Zwischenruf bei einer Kinderbuch-Lesung von US-First-Lady Jill Biden zeigen.

„Als mein Sohn weg war, hat meine Enkelin ihren Vater sehr vermisst. Also habe ich dieses Buch geschrieben, um anderen Kindern zu zeigen …“

„Halt die Fresse!“

„Hey, das ist nicht nett!“

Das Video des vorlauten Zwischenrufes verbreitet sich rasant in den sozialen Netzwerken – wird tausendfach aufgerufen und kommentiert.

Doch bei dem Clip handelt es sich um einen Fake.

Das Video von Jill Biden ist echt – doch der freche Zwischenruf hat so nicht stattgefunden.

Eine unbearbeitete Version des Videos, ohne die vorlaute Unterbrechung, aus dem Dezember 2021 zeigt, dass das Video manipuliert wurde. Das Video entsteht im Rahmen der Vorstellung der Weihnachtsdekoration des Weißen Hauses.

Der Zwischenruf stammt aus einem Youtube-Video von 2019. In dem kurzen Clip unterbricht und beleidigt ein Kind seine Lehrerin. Die Audiospur dieses Clips und des manipulierten Biden-Clips stimmen überein.

Durch die Kombination beider Aufnahmen entsteht der Eindruck, dass die First Lady der USA bei ihrer Lesung von einem Kind respektlos gestört wurde. Offenbar wurde das Fake-Video produziert, um die Frau des US-Präsidenten ins Lächerliche zu ziehen.

Weiter fällt auf, dass das manipulierte Video am Ende in Zeitlupe abgespielt wird – während der Ton unverändert, in Echtzeit, weiterläuft. Ein klares Indiz dafür, dass das Video bearbeitet wurde.

Der stern-Faktencheck macht deutlich, wie leicht aus verschiedenen Online-Quellen ein neues Video produziert werden kann. So wird eine ruhige Lesung zu einem frechen Zwischenfall aufgebauscht.

Wie untersuchen wir in der Redaktion Videos auf Manipulation? Dabei ist ein Blick auf die Details wichtig. Die Einzelbilder eines Videos verraten oft, ob ein Video bearbeitet wurde. Wir schauen uns Bild für Bild genau an und vergrößern einzelne…