Corona-Pandemie
Experten: Omikron macht Not-Maßnahmenbündel noch wichtiger

Ein Mitarbeiter zeigt in einer Corona-Abstrichstelle einen Abstrich für einen Corona-Test. Foto: Tom Weller/dpa

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In vielen Bundesländern sind die Werte, die eine Überlastung des Gesundheitssystems anzeigen, längst überschritten. Experten fordern Vorbereitungen für eine Notbremsung – und weitere Maßnahmen.

Mit Blick auf die aktuelle Corona-Lage in Deutschland sollte nach Ansicht einer Expertengruppe jetzt die rechtliche Grundlage für eine Art Not-Schutzschalter und andere weitreichende Maßnahmen geschaffen werden.

«Gerade in Hinblick auf die neue Omikron-Variante ist eine solche Vorsorge dringend erforderlich», heißt es in einer Stellungnahme der Gruppe um die Physikerin und Modelliererin Viola Priesemann. Neben dem Notfall-Maßnahmenbündel solle die Kontaktnachverfolgung bei Menschen mit Omikron-Infektion «aktuell absolute Priorität» haben. Hierfür sollten ausreichend Personal und Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Nötig sei auch eine systematische genomische Erfassung.

«Insbesondere in Hinblick auf neue Virusvarianten wie Omikron ist es wichtig und notwendig, dass klare Handlungspläne existieren, die bei einer hoher Wachstumsdynamik oder bei einer Überlastung des Gesundheitssystems sehr schnell umgesetzt werden können», heißt es in dem Strategiepapier. Die juristischen Voraussetzungen für einen Notschutzschalter müssten schnellstmöglich geschaffen werden. «Das Regelwerk sollte für alle Bundesländer gleichartig sein, um klare Kommunikation und Planbarkeit zu ermöglichen.»

Die Experten geben zu bedenken, dass die für die Hospitalisierungsinzidenz festgelegten Grenzwerte 6,0 (kritische Situation) beziehungsweise 9,0 (hochkritische Situation) in den meisten Bundesländern faktisch bereits überschritten seien. Die…