Neue OECD Studie
Immer mehr Deutsche verlieren Anschluss an schrumpfende Mittelschicht

Allein zwischen 2014 und 2017 sind 22 Prozent der Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 bis 64 Jahren in die untere Einkommensschicht gerutscht (Symbolbild)

© Bildagentur-online/Schoening / Picture Alliance

In Deutschland gehören erheblich weniger Menschen zur Mittelschicht als noch in den 1990er Jahren. Dies hat eine Studie von Bertelsmann Stiftung und OECD zu Tage gebracht. Junge Menschen und Ostdeutsche seien demnach besonders von Armut bedroht.

Die Mittelschicht in Deutschland bröckelt einer Studie zufolge erheblich, besonders der untere Rand ist abstiegsgefährdet. 2018 zählten 64 Prozent der Bevölkerung zur mittleren Einkommensgruppe, was im Vergleich zu 1995 − mit damals 70 Prozent − ein Schrumpfen um sechs Prozentpunkte bedeute. Das geht aus einer Analyse von Bertelsmann Stiftung und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Es handele sich um die aktuellsten verfügbaren Daten zu dem komplexen Thema, sagte die Arbeitsmarktexpertin der Stiftung, Natascha Hainbach, am Mittwoch.

Demnach seien allein von 2014 bis 2017 rund 22 Prozent der Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 bis 64 Jahren in die untere Einkommensschicht gerutscht – und waren damit laut Untersuchung arm oder von Armut bedroht.

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