Afghanistan
„Ein Dilemma, das uns moralisch umtreibt“: Bundeswehr-General Jens Arlt schildert im stern den dramatischen Evakuierungseinsatz am Flughafen Kabul

Brigadegeneral Jens Arlt, Kommandeur der militärischen Evakuierungsoperation aus Afghanistan

© Christophe Gateau / Picture Alliance

von Uli Rauss
01.12.2021, 13:53 Uhr

Unter dem Kommando von Bundeswehr-General Jens Arlt wurden im August 2021 Tausende vor den Taliban gerettet. Im aktuellen stern spricht Arlt über den dramatischen Evakuierungseinsatz.

Unter Führung von General Jens Arlt, 52, rettete die Bundeswehr im August 2021 in Kabul Tausende Menschen vor den Taliban. Nach Ende des 20-jährigen Kriegseinsatzes am Hindukusch fordert der Fallschirmjäger-Kommandeur „klare politische Vorgaben“ bei Auslandseinsätzen der Truppe. „Die Ziele müssen erreichbar sein und immer wieder überprüft werden“, sagt der Brigadegeneral im Gespräch mit der Zeitschrift stern. Beim Afghanistan-Einsatz sei es „nicht damit getan zu sagen, es ist ein Desaster.“ Arlt: „Es ist essenziell, diese 20 Jahre aufzuarbeiten“.

Der Kommandeur der Fallschirmjägerbrigade 1 in Saarlouis hatte nach der Machtübernahme der Taliban im vergangenen Sommer in Kabul die größte und riskanteste Rettungsmission in der Geschichte der Bundeswehr geleitet, bei der mehr als 5300 Schutzbedürftige nach Deutschland ausgeflogen werden konnten. Zehntausende Ausreiseberechtigte aber mussten zurückbleiben – „ein Dilemma, das uns moralisch umtreibt“. Hintergründe des Einsatzes soll im kommenden Jahr ein Untersuchungsausschuss des Bundestages aufklären, wie SPD, Grüne und FDP ihrem Koalitionsvertrag ankündigten; mit der Bewertung des deutschen Gesamteinsatzes in Afghanistan wird eine Enquete-Kommission beauftragt.

Dramatische Rettung

Das deutsche Engagement am Hindukusch endete unter dramatischen Umständen, die General Arlt…