Es ist der Ruhmestempel der Nation, die Gedenkstätte für große Persönlichkeiten der französischen Geschichte aus Politik, Kultur und Wissenschaft. Wer im Panthéon von Paris liegt, ist zwar tot, aber auch unsterblich. Unter den 80 dort Beigesetzten sind nur fünf Frauen. Jetzt kam mit Joséphine Baker die sechste hinzu – und die erste schwarze Frau überhaupt.

Nur der französische Präsident darf entscheiden, wer im Panthéon zur ewigen Ruhe beigesetzt wird. Und Emmanuel Macron stimmte zu, dass Joséphine Baker, die 1975 in Monaco beerdigt wurde, hier einziehen durfte. Die Zeremonie fand am späten Nachmittag des 30. November statt – dem Tag, als die gebürtige Amerikanerin bei ihrer Hochzeit mit dem Franzosen Jean Lion die französische Staatsbürgerschaft erhielt.

Für Macron verkörpert Joséphine Baker die Werte der französischen Republik: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit

In der eineinhalbstündigen Zeremonie, der zahlreiche Schaulustige beiwohnten, würdigte Frankreichs Staatschef Baker als mutige Kämpferin für Menschlichkeit und gegen Rassismus und betonte, es sei ihr vor allem um die Gleichheit aller gegangen. Sie ziehe in das Panthéon ein, weil sie Frankreich liebte und als Amerikanerin französischer als die Franzosen gewesen sei, sagte Macron in seiner Rede: „Sie ist die Verkörperung des französischen Geistes geworden.“ 

Zum Auftakt des Staatsakts erklang Bakers Lied „Me revoilà Paris“ (Ich bin wieder da, Paris“), dann schulterten Soldaten der Luftwaffe den Sarg und trugen ihn ins Panthéon.

Allerdings ist Bakers Einzug in die Ruhmeshalle nur symbolisch, denn auf Wunsch ihrer Familie bleiben ihre sterblichen Überreste in Monaco, wo sie zusammen mit ihrem fünften und letzten Ehemann und ihrem Sohn Moïse auf dem Marinefriedhof ruht – ganz in der Nähe des Grabes von Grace Kelly, der US-Schauspielerin und späteren Fürstin von Monaco. Die beiden Frauen stammten aus unterschiedlichen Welten und waren doch eng…