Entdeckung
Die Erde hat einen zweiten Mond – zumindest für die nächsten 300 Jahre

Der Mond, wie wir ihn kennen – bisher als Einzelgänger

© Geoff Swaine / Picture Alliance

Bisher dachten wir, dass nur ein Mond unseren Planeten umkreist. Doch er hat Gesellschaft bekommen – wenn auch nur für begrenzte Zeit.

Wer nachts in den Himmel schaut, der sieht – bei wolkenlosem Himmel – den Mond. Und vielleicht ein paar Sterne. DEN Mond, nicht einen Mond. Schließlich haben wir nur den einen. Oder? So ganz richtig ist das nicht, denn Forschende beobachten schon seit einigen Jahren ein weiteres Objekt in Erdnähe: Sie tauften es Kamo’oalewa, ein hawaiianischer Begriff für einen Himmelskörper.

Für einen echten Mond ist Kamo’oalewa allerdings zu klein – mit einem Durchmesser von nur rund 50 Metern. Zudem kreist er nicht direkt um die Erde, sondern pendelt auf einer korkenzieherartigen Umlaufbahn zwischen Erde und Sonne, da er zwischen deren Anziehungskräften praktisch hin und her gezerrt wird. Die Wissenschaftler:innen rätselten lange, worum es sich bei diesem Objekt handeln könnte. Einem Asteroiden, wie es ihn in Erdnähe häufig gibt, ähnelte er nämlich nicht.

Woraus besteht der Mini-Mond?

Asteroiden leuchten üblicherweise hell, wenn man sie mit Infrarotlicht bestrahlt. Kamo’oalewa jedoch blieb dunkel. Das machte es den Forschenden zusätzlich schwer, mehr über seine Zusammensetzung zu erfahren: Er leuchte „extrem schwach“ und sei deshalb „schwierig zu beobachten“, vermeldete das Team um den Wissenschaftler Benjamin Sharkey vom Lunar and Planetary Laboratory in Tucson. Schließlich hatten sie jedoch eine Idee.

Das Team verglich die Materialzusammensetzung des mysteriösen Mini-Mondes mit der des echten Mondes. Und siehe da: Das Rätsel war gelöst. Offenbar handelt es sich bei Kamo’oalewa um ein Bruchstück des Mondes,…