Es gilt als das einflussreichste Lexikon der Welt: die Enzyklopädie Wikipedia, in unzähligen Sprachen kostenlos im Internet abrufbar. Mit mehr als sechs Millionen Artikeln ist die englischsprachige Version von Wikipedia die umfangreichste, auf dem zweiten Rang folgt die deutschsprachige mit rund 2,6 Millionen Artikeln. Und die soll geschlechtergerechter werden: Zum dritten Mal ist der Startschuss für das jährliche Projekt #100WomenDays gefallen. 

Dabei geht es darum, innerhalb von 100 Tagen mindestens 100 Frauenbiografien bei Wikipedia einzustellen. Beteiligen können sich alle Autorinnen und Autoren, die für die Internet-Enzyklopädie schreiben. Angelehnt ist die Aktion an die in allen Sprachen verbreiteten „100 Wiki Days“, in denen in 100 Tagen eine einzelne Person 100 Artikel hinzufügt. Bei den #100WomenDays handelt es sich jedoch um eine Gemeinschaftsaktion – und zwar eine sehr erfolgreiche: Im vergangenen Jahr wurden von 81 Autorinnen und Autoren nicht nur 100, sondern über 1000 Biografien hinzugefügt.

Nicht einmal ein Fünftel aller Biografien sind weiblich

„Dass es so viele werden, hatte niemand erwartet“, erzählt Carolina Bruckmeier der DW im Videointerview. Sie verfügt über Administratorenrechte bei Wikipedia und hat in diesem Jahr die Organisation der #100WomenDays von den Gründerinnen aus Köln übernommen. „Aber es macht einfach Spaß, spannende Biografien zu lesen und zu schreiben. Und vermutlich schreiben in dieser Zeit auch mehr Frauen als sonst, wegen der Aktion.“ Dabei können die Autorinnen und Autoren voll und ganz ihren Neigungen folgen: Im vergangenen Jahr habe eine Person zum Beispiel unzählige Handballerinnen und Volleyballspielerinnen hinzugefügt, berichtet Bruckmeier.

Handballerin mit Wikipedia-Eintrag: Die Schwedin Linnea Claeson setzt sich zudem gegen Sexismus im Internet ein.

Es geht bei der Aktion aber nicht nur um den Spaß: „Wir wollen damit auch in den Fokus rücken, dass wir weniger Artikel über Frauen als über…