Als erster Autor aus Subsahara-Afrika wurde Mohamed Mbougar Sarr in diesem Jahr mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis ausgezeichnet, dem Prix Goncourt. Der 31-jährige Senegalese hat mit „La plus secrète mémoire des hommes“ (auf Deutsch: „Die geheimste Erinnerung der Menschen“) einen Literaturkrimi geschrieben: Sarr erzählt von einem jungen senegalesischen Schriftsteller, der in Paris ein legendäres Buch aus dem Jahr 1938 entdeckt. Er begibt sich auf die Spuren des Autors, der auf mysteriöse Weise verschwunden ist.

„La plus secrète mémoire des hommes“ ist bereits Sarrs vierter Roman. In Frankreich, seinem derzeitigen Wohnsitz, ist er schon lange kein Unbekannter mehr und konnte in den vergangenen Jahren schon einige Preise mit nach Hause nehmen. In seinen Büchern geht es oftmals um aktuelle Themen: Rassismus und Diskriminierung oder das Verhältnis Afrikas zu Europa, insbesondere zu Frankreich. Die DW sprach mit dem dem Autor u. a. über sein aktuelles Buch, afrikanische Literatur und die französisch-afrikanischen Beziehungen.

DW: Mohamed Mbougar Sarr, was bedeutet der Preis für Sie? 

Mohamed Mbougar Sarr: Es ist eine große Freude, eine literarische Auszeichnung zu erhalten, die nicht nur im französischsprachigen Raum, sondern auch weltweit eine der renommiertesten ist. Ich bin froh, dass ich dieses Buch geschrieben habe.

Präsident Macky Sall (r.) würdigt Sarr mit dem „Ordre national du Lion“, Senegals höchster Auszeichnung

Es wird viel darüber gesprochen, dass ich der erste Preisträger aus Subsahara-Afrika bin und obendrein noch einer der jüngsten überhaupt. Und es wird viel darüber gesprochen, dass das ein Signal für den frankophonen Raum sein soll. Das ist wahr und hat zweifellos einen Sinn oder wird auch in den nächsten Jahren einen Sinn haben. Aber ich denke, man muss zuerst literarische Fragen stellen: also das Buch lesen, darüber sprechen und herausfinden, was für einen literarischen Wert dieses Buch hat.  

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