Damon Galgut erhielt in diesem Jahr für sein Buch „The Promise“ den renommierten Booker Prize 2021, den wichtigsten britischen Literaturpreis. Der Roman erzählt die Geschichte dreier Geschwister, die in einer weißen Familie in Pretoria aufwachsen und deren Leben durch den letzten Wunsch ihrer Mutter, den Familienbesitz einem schwarzen Diener zu vermachen, aus den Fugen gerät. Galgut kennt Pretoria, wo er 1963 geboren wurde, sehr gut. In den 1980er-Jahren zog er nach Kapstadt um, wo er auch heute noch lebt. Unter dem Titel „Das Versprechen“ erscheint sein Roman am 23. Dezember auch auf Deutsch, und zwar im Münchner Luchterhand Literaturverlag.

Zuvor hatte Damon Galgut unter anderem das Buch „The Good Doctor“ verfasst, das bereits 2003 auf der Shortlist für den Man Booker Prize stand. „The Impostor“ erschien 2007 und „In a Strange Room“ im Jahr 2010. Im DW-Interview spricht er über seine Arbeit und die afrikanische Literaturszene.

Die Short List des Booker Prize 2021

DW: Wie fühlt es sich an, den Booker Prize zu gewinnen? Waren Sie überrascht?

Damon Galgut: Ja, ich war überrascht. Aber ich habe es, glaube ich, inzwischen verarbeitet. Zumindest bin ich dabei, es zu verarbeiten. Und natürlich fühlt es sich gut an! In gewisser Weise auch lebensverändernd, denn ich bin ja eher ein unauffälliger Mensch. Ich muss das alles erst noch begreifen.

Lebensverändernd, sagen Sie. Was genau ist jetzt anders geworden?

Nun, es bringt ein Maß an Aufmerksamkeit mit sich, das ich nicht gewohnt bin. Meine Leserschaft wird wesentlich breiter. Es führt zu Übersetzungen in Sprachen, in die meine Arbeit sonst nie gelangt wäre. Und natürlich bleibt auch eine gewisse finanzielle Belohnung nicht aus.

All das ist natürlich der Traum eines jeden Schriftstellers. Aber dieses große Interesse gilt vor allem dem Autor und weniger seinem Werk. Das irritiert schon.

Der tansanische Autor Abdulrazak Gurnah erhielt 2021 den Literaturnobelpreis

Wie sind Sie auf die Idee zu diesem…