Interview

Grünen-Politikerin
Die Ampel will §219a streichen: Laura Dornheim erklärt, was das bedeutet und warum sie noch mehr anstrebt

Laura Sophie Dornheim: „Der Staat akzeptiert meine Entscheidung erst, wenn ich gegenüber einem völlig fremden Menschen mein Leben ausbreite, und der mir dafür einen Schein ausstellt“

© Carolin Windel

von Leonie Scheuble
26.11.2021, 11:30 Uhr

Die Ampel-Koalition will das umstrittene Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche kippen. Für Grünen-Politikerin Laura Dornheim ist das jedoch nur ein Etappensieg. Ihr großes Ziel: den Paragraf 218 zu Fall bringen.

Für Befürworter:innen des Rechts auf Abtreibung ist die Freude groß. Die künftige Ampel-Koalition kündigte an, das viel kritisierte Informations- und Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche abzuschaffen. „Ärztinnen und Ärzte sollen öffentliche Informationen über Schwangerschaftsabbrüche bereitstellen können, ohne eine Strafverfolgung befürchten zu müssen“, heißt es im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP. Der entsprechende Paragraf 219a soll aus dem Strafgesetzbuch gestrichen werden.

Laura Sophie Dornheim, 37, arbeitet als Managerin in einem Software-Unternehmen und ist Bundestagskandidatin der Grünen. Anlässlich des 50-jährigen „Wir haben Abgetrieben“-Jubiläums erzählte Dornheim dem stern ihre eigene Geschichte. Wie geht es ihr am Tag nach der Ampel-Verkündung?

Frau Dornheim, Sie setzen sich schon lange für das Recht auf Abtreibungen ein. Was war ihre erste Reaktion, als Sie am Mittwoch von der Streichung von 219a erfahren haben?

Ich habe mich natürlich sehr darüber gefreut. Allerdings wäre alles andere auch eine grobe Enttäuschung gewesen, weil sich das alle verhandelnden Parteien ins Programm geschrieben haben. Trotzdem eine sehr, sehr gute Nachricht und ein weiterer…