Corona-Pandemie
Montgomery: «Wir alle bereiten uns auf eine Triage vor»

Ein Intensivpfleger kümmert sich um einen Patienten. Foto: Boris Roessler/dpa

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Patienten müssen verlegt werden, die Infektionszahlen brechen laufend Rekorde, in den Schulen verschärft sich die Situation. Die Bundeswehr will überlasteten Krankenhäusern helfen.

Die Lage in den Krankenhäusern spitzt sich angesichts der stark steigenden Zahl von Corona-Infizierten dramatisch zu. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, schlug Alarm.

«Wir alle bereiten uns auf eine Triage vor», sagte Montgomery den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Ärzte versuchten alles, um diese letzte entsetzliche Entscheidung abzuwenden. «Aber angesichts der steigenden Infektionszahlen müssen sich die Kliniken vorbereiten», sagte Montgomery.

Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen. An diesem Freitag (09.00 Uhr) will sich die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) auf einer Online-Pressekonferenz zur Priorisierung und Triage bei Covid-19 äußern.

Verlegung von Patienten

Um die Kliniken zu entlasten, bereitet die Bundeswehr ab heute Flüge zur Verlegung von Intensivpatienten vor. Die Luftwaffe hält zwei Flugzeuge für den Hilfseinsatz bereit. Im Rahmen des sogenannten Kleeblatt-Systems sollen Covid-19-Patienten bundesweit verteilt werden können, wenn in einzelnen Regionen der Kollaps von Krankenhäusern droht. Vereinzelt wurden schon gestern Patienten in andere Bundesländer gebracht, zum Beispiel aus Thüringen nach Niedersachsen. Montgomery geht das nicht weit genug. Er fordert die Verlegung von Kranken ins europäische Ausland: «Die systematische Verlegung von Covid-Patienten ins Ausland muss jetzt eingeleitet werden. Dabei muss…