Berichte über Gewalt
Nach Veröffentlichung von Foltervideos – Putin entlässt Chef der Gefängnisverwaltung

Russlands Präsident Wladimir Putin reagiert auf Veröffentlichungen von Menschenrechtlern, die Folter in russischen Gefängnissen anprangern

© Alexei Nikolsky/Pool Sputnik Kremlin / DPA

In Russlands Gefängnissen wird nach Recherchen von Menschenrechtlern gefoltert. Jetzt zog Präsident Wladimir Putin Konsequenzen.

Russland wird von einem Gefängnis-Skandal erschüttert, jetzt musste ein hochrangiger Mitarbeiter des Justizvollzugs deswegen seinen Posten räumen: Wenige Wochen nach der Veröffentlichung von Aufnahmen, die Folter und eine mutmaßliche Vergewaltigung in einem Gefängnis zeigen sollen, hat Präsident Wladimir Putin den Chef der Gefängnisverwaltung Russlands entlassen. Alexander Kalaschnikow werde durch den stellvertretenden Innenminister Arkadi Gostew ersetzt, teilte der Kreml am Donnerstag mit.

Kalaschnikow hatte zwei Jahre lang die Oberaufsicht über die Gefängnisse in Russland

Kalaschnikow, der wegen der Inhaftierung von Kreml-Kritiker Alexej Nawalny zahlreichen westlichen Sanktionen unterliegt, war zwei Jahre lang Chef der Gefängnisverwaltung.

Der Schritt erfolgte, nachdem Menschenrechtsgruppen im vergangenen Monat zahlreiche Videos aus einem Gefängnis in der zentralen Stadt Saratow veröffentlicht hatten, die Folter und Misshandlungen zeigen sollen. Sie wurden Berichten zufolge von einem ehemaligen Häftling aus dem Gefängnis geschmuggelt, der inzwischen aus Russland geflohen ist und in Frankreich Asyl beantragt hat. Die Aufnahmen hatte die Anti-Folter-Organisation Gulagu.net veröffentlicht. 

Während seiner Haftstrafe wegen Drogenhandels hatte der ehemalige Häftling laut Informationen der Nachrichtenagentur AFP als IT-Wartungsbeauftragter gearbeitet. Dabei habe er sich Zugang zum internen Server…