Dieselskandal
BGH prüft Schadenersatz-Forderungen gegen Audi

Der BGH hat schon zweimal über Schadenersatz-Klagen gegen Audi geurteilt und dabei sehr hohe Hürden aufgestellt. Foto: Moritz Frankenberg/dpa

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Der Skandalmotor EA189 steckt teils auch in Diesel-Autos von Audi. Entwickelt wurde er bei der Konzernmutter Volkswagen. Kann es sein, dass bei Audi deshalb niemand etwas von dem Abgasbetrug wusste?

Im Dieselskandal haben die meisten Audi-Käufer den Mutterkonzern VW auf Schadenersatz verklagt – aber auch direkt gegen Audi gibt es Forderungen.

Heute verhandeln die obersten Zivilrichterinnen und -richter des Bundesgerichtshofs (BGH) vier neue Fälle. Ob es schon ein Urteil gibt, ist offen.

Hintergrund ist, dass der Skandalmotor EA189 auch in einigen Diesel-Modellen von Audi steckt. Entwickelt wurde er aber bei Volkswagen. «Daher liegt aus unserer Sicht keine angeblich sittenwidrig schädigende Täuschung vor», teilt ein Audi-Sprecher mit.

Der BGH hat schon zweimal über Schadenersatz-Klagen gegen Audi geurteilt und dabei sehr hohe Hürden aufgestellt. Die bloße Tatsache, dass der Motor auch bei dem Ingolstädter Autobauer eingesetzt wurde, reichte den Karlsruher Richtern bislang nicht aus. Sie verlangen konkrete Anhaltspunkte dafür, dass die Verantwortlichen bei Audi von dem Abgasbetrug zumindest wussten. Eine «Wissenszurechnung» über die Grenzen der Konzerngesellschaften hinweg sei nicht möglich.

Die Fälle jetzt kommen alle vom Oberlandesgericht München, das den Klägern Schadenersatz zugesprochen hatte. Die Richter dort meinten, dass Audi seine Kunden sehr wohl arglistig getäuscht habe. Es scheine ausgeschlossen, dass der Motor ohne eigene Prüfung und Kenntnis der wesentlichen Merkmale quasi blind eingebaut worden sei. Gegen diese Urteile hat Audi Revision…