Erwachsene können in Deutschland seit elf Monaten gegen Covid-19 geimpft werden. Für Kinder unter 12 Jahren soll es bald auch losgehen. Experten halten sich aber mit einem klaren Votum zurück – noch.

Bei weiter steigender Corona-Inzidenz in Deutschland rücken Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren in greifbare Nähe. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat am Donnerstag grünes Licht für die Zulassung des Präparats von Biontech/Pfizer (Comirnaty) auch in der Altersgruppe gegeben. Offiziell muss die EU-Kommission noch zustimmen. Dazu Fragen und Antworten:

Unterscheidet sich der Kinder-Impfstoff vom schon verfügbaren Vakzin?

Ja, kleinere Kinder bekommen im Vergleich zur Altersgruppe ab 12 nur ein Drittel der Dosis gespritzt, also 10 statt 30 Mikrogramm. Ansonsten ist der Ablauf wie bei den Großen: Gegeben werden zwei Spritzen in den Oberarm und dies im Abstand von drei Wochen.

Wie gut wirkt der Impfstoff?

Eine im «New England Journal of Medicine» veröffentlichte Evaluation beurteilt die Studie von Biontech/Pfizer. Die Impfung sei sicher und effektiv, lautet das Fazit. Die Impfeffektivität wurde auf 90,7 Prozent beziffert: Drei der für die Studie geimpften Kinder erkrankten in der Beobachtungszeit an Covid-19 – in der Kontrollgruppe, die nur ein Placebo erhalten hatte, waren es 16. Insgesamt erhielten rund 1300 Kinder den Impfstoff.

Wie stark sind die Nebenwirkungen?

Die Studienautoren sahen «ein günstiges Sicherheitsprofil» und «keine schweren impfbedingten Nebenwirkungen». Erfasst worden seien nur «milde und vorübergehende Reaktionen» wie Fieber, Schmerzen am Einstich, Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Das Bild ist damit ähnlich wie bei älteren Geimpften. Die einzigen drei schwereren Schäden im Beobachtungszeitraum, wie etwa ein gebrochener Arm, standen nach Ansicht der Autoren nicht im…