Miray Cins Herz ist gespalten: Eine Hälfte schlägt für Deutschland, die andere für die Türkei. Im Fußball muss man sich aber für eine Seite entscheiden. Die Mittelfeldspielerin hat in der U15 und U17 Deutschland vertreten. Doch eine Verletzung entschied über ihr nationales Fußballschicksal im Erwachsenenalter. „Ich habe mich verletzt und wurde danach nicht mehr nominiert“, sagte sie der DW. „Der türkische Fußballverband rief weiter an. Damals hatte ich noch abgelehnt. Aber nach der Verletzung dachte ich, ich gehe einfach hin und schaue es mir an.“

Der Rest ist Geschichte, und am Freitag wird Cin auf einige bekannte Gesichter treffen, wenn die Türkei im WM-Qualifikationsspiel in Braunschweig gegen Deutschland (Anpfiff 16 Uhr MEZ) antritt. „Ich habe früher mit den deutschen Nationalspielerinnen Linda Dallmann und Lea Schüller trainiert. Ich durfte nämlich mit der ersten Mannschaft der SGS Essen trainieren, als ich für die U17 gespielt habe. Damals war ich 15.“

Ruhrpottkind in der Türkei

Nach ihrer Jugendzeit bei der SGS Essen, ein Verein, der für die Förderung junger Talente bekannt ist, wechselte die Mittelfeldspielerin in die Reservemannschaft des VfL Wolfsburg, sehnte sich aber schnell nach einem Wechsel zurück in die Heimat. Geboren in Bottrop, ist Cin ein „Ruhrpottkind“. Als Duisburg, das damals in der Frauen-Bundesliga spielte, ihr ein Angebot machte, konnte sie nicht widerstehen. Obwohl sie jetzt für die Türkei spielt, sind ihr ihre fußballerischen Wurzeln wichtig. Die 20-Jährige weiß, dass ihre Karriere in Deutschland begründet wurde. „Ich bin dem DFB sehr dankbar. Ich wurde hier ausgebildet“, sagt Cin.

Miray Cin spielt für den MSV Duisburg – und für die Türkei

Gemischte Gefühle

Auch Teamkollegin Busra Kuru wurde in Deutschland ausgebildet. In baden-würtembergischen Weinheim als Kind türkischer Eltern geboren, begann sie mit vier Jahren Fußball zu spielen. Über die Jugendakademie der TSG Hoffenheim und weitere Stationen kam…