24 Jahre dauerte die Odyssee von Evita Peróns Leiche, dem „Engel der Armen“ an der Seite ihres Gatten und argentinischen Präsidenten Juan Domingo Perón. Ihr Leichnam lag zunächst 1952 im Büro einer Gewerkschaft in Buenos Aires, wurde als Maria Maggi nach Italien überstellt und in Mailand begraben, dann nach Spanien überführt, wo sie eine Zeit lag auf einem Dachboden verstaut wurde, ehe sie 1976 endlich ihre Ruhe auf dem Friedhof Recoleta in Buenos Aires fand. Auf dem langen Weg wurde Evita ein Finger abgeschnitten, Kopien ihres toten Körpers aus Wachs angefertigt, Militärs sollen sich an ihrer Leiche vergangen haben.

Wer glaubt, so eine Story könnte unmöglich noch einmal passieren, der kennt Argentinien schlecht. Eine Ultra-Fangruppierung seiner letzten Trainerstation Gimnasia y Esgrima La Plata wollte während der Totenwache das Herz der Fußballlegende Diego Maradona stehlen. Weil Sicherheitsbehörden davon Wind bekamen, und um die genaue Todesursache festzustellen, kam man den Anhängern zuvor und entfernte das Organ. Das behauptet der Neurologe und Journalist Nelson Castro: „Diego Maradona wurde ohne Herz beigesetzt.“

„Für die meisten Argentinier ist und bleibt Maradona mit all seinen Fehlern ein Idol“ – Nelson Castro

Maradonas Herz, schildert Castro nach der Durchsicht von Dutzenden Papieren, wog ein halbes Kilo und symbolisiert ziemlich gut seine ganze Lebensgeschichte: zum einen ein Sportlerherz, dass 200 Gramm mehr wiegt als das eines normalen Menschen. Das aber auch so schwer ist, weil es durch Insuffizienz und Erkrankung schwer geschädigt war.

Maradona ist schon drogenabhängig, als er mit Argentinien den Weltmeistertitel holt

„Die Gesundheit von Diego – Die wahre Geschichte“ heißt das jüngst erschienene Buch, in dem Castro akribisch und zum ersten Mal alle Krankheiten Maradonas seit Beginn seiner fußballerischen Karriere auflistet. Und dann aus Ärztesicht die letzten Tage vor seinem Tod durch Herzinfarkt von Minute zu Minute rekapituliert, mit der…