iPhone und Co.
Apple stoppt vorerst Verkäufe in der Türkei

Apple hat auf den Lira-Absturz in der Türkei reagiert (Symbolfoto)

© NurPhoto / Imago Images

von Nicolas Kaufmann
25.11.2021, 16:28 Uhr

Die türkische Lira fällt und fällt. Die Wirtschaftskrise in der Türkei zieht weite Kreise und wirkt sich jetzt auch auf den Preis etwa von iPhones aus. Apple hat deshalb die Verkäufe diverser Produkte im Land vorerst gestoppt.

„Derzeit nicht verfügbar“, diese Worte müssen die Verbraucher in der Türkei nun häufig lesen, wenn sie auf der Internetseite von Apple ein Produkt kaufen möchten. Der Elektronikriese hat den Verkauf vieler Produkte nämlich vorerst eingestellt. Grund ist der extreme Verfall der türkischen Lira.

Nachdem Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag eine „wettbewerbsfähige“ Lira gefordert und die fallenden Zinsen verteidigt hatte, fiel die Lira zum Dollar und Euro auf einen Rekordtiefstand. Der Werteverfall in der Türkei nimmt immer weiter zu – und damit auch die Sorgen vieler Türken.

„Die Menschen strömen in unsere Läden“, sagte ein Mitarbeiter eines Apple-Ladens in Istanbul gegenüber „ntv“. Dem Verkäufer zufolge sehen sie iPhones und andere Produkte als Wertanlage. „Die Leute wissen, dass sie die Sachen ein Jahr später für mehr verkaufen können, als sie bezahlt haben.“ Schließlich war der Verkaufswert der iPhone-Geräte um fast 300 Dollar gefallen.

Und viele Türken glauben, dass sich der Preisanstieg der türkischen Lira im Gegensatz zum Dollar und Euro fortsetzen wird. Am Dienstag wurden gegenüber dem Dollar Tagesverluste um zeitweise zehn Prozent verzeichnet. Ein Dollar kostete über zwölf Lira –mehr denn je. Der Eurokurs kam auf 14,05 Lira. Allein im November hat die Lira rund ein Viertel ihres Wertes verloren. Die Inflation im Land liegt bei knapp 20 Prozent.