Eine wahre Schatztruhe sei es für ihn gewesen, sagt Regisseur Peter Jackson, als er die vielen Stunden einzigartiges Filmmaterial gesichtet habe. Die Beatles im Januar 1969, kurz vor ihrem Ende. Im Studio, bei Proben und Aufnahmen, ganz nah. Die Entstehung der beiden letzten Alben „Abbey Road“ und „Let It Be“ ist hautnah dokumentiert.

Und der letzte Auftritt der Fab Four – das legendäre „Rooftop Concert“ erstrahlt noch einmal digital überarbeitet, in 4K-Auflösung. Die 16mm-Filmszenen sehen nicht so aus, als seien sie fast 53 Jahre alt – dank der Arbeit des Cutters Jabez Olssen.

In einem „Sneak-Peek“-Video, das Peter Jackson im Dezember 2020 ins Netz gestellt hatte, sind die späten Beatles zu sehen, wie sie – anstatt zerstritten zu sein – fröhlich im Studio herumblödeln. Es wirkt wie ein nettes Familientreffen mit Kindern und Frauen. Yoko Ono und John Lennon knuddeln und geben sich Küsschen, Ringo Starr spielt den Clown, Paul McCartney hüpft herum, selbst George Harrison kann sich das Grinsen nicht verkneifen. Zwischendurch wird auch mal ernsthaft geprobt.

Peter Jackson über „Get Back“: „Ein Film über Kettenraucher mit Gitarren“

In dem Video sagt Peter Jackson, er hoffe, dass diese kleinen Ausschnitte den Zuschauern ein Lächeln ins Gesicht zaubern werden – und ja, das tun sie auch.

Eigentlich war schon alles vorbei

Bei dieser ausgelassenen Stimmung stellt sich die Frage: Was bitte hat Peter Jackson da gefunden? Oder besser: Was hat der Filmemacher Michael Lindsay-Hoggs da gedreht, damals in diesen Januartagen des Jahres 1969?

Die Vorgeschichte erklärt einiges: Die Beatles waren definitiv zerstritten. Aus verschiedenen Gründen. Lennons Liaison mit Yoko Ono nervte den Rest der Band. Sie klebte an John, saß im Studio mit dabei, ließ ihn nicht aus den Augen.

Unzertrennlich: John und Yoko

George war sowieso frustriert und wollte eigentlich gar nichts mehr mit den anderen zu tun haben. Manager Allen Klein war in der Band umstritten, der knallharte…