Magnus Carlsen ist immer für einen guten Spruch gut. „Mein größter Vorteil in diesem Match ist, dass ich besser Schach spiele“, so der Weltmeister in der Zeitschrift „New in Chess“. Dabei weiß der Norweger natürlich, dass ihm die aktuelle Nummer sechs der Live-Weltrangliste durchaus gefährlich werden kann. Schon als Jugendliche spielten die beiden regelmäßig gegeneinander – meistens gewann der Russe. Man kennt sich also. 2012 haben die beiden sogar einmal zusammen trainiert. Zuletzt tat sich Carlsen immer wieder schwer, wenn es gegen den 31-jährigen Großmeister aus Moskau ging.

Schnelle Züge

Der Herausforderer hat also eine Chance gegen den Dominator der Schach-Szene. „Nepomniachtchi hat eine Stärke, die fast alle anderen nicht haben: Schnelligkeit“, erklärt Rustam Kasimjanov, einer der erfahrensten Trainer bei Schach-Weltmeisterschaften. Nepomniachtchi mache viele gute Züge in weniger als einer Minute, so Kasimjanov, der 2018 den unterlegenen WM-Finalisten Fabiano Caruana aus den USA gecoacht hat, „dann kommt Carlsen nicht zur Ruhe und das macht dann alles viel komplizierter.“

Vom Trainingspartner zum Konkurrenten: „Nepo“ will den Titel nach Russland zurückholen

Der schnell denkende Nepomniachtchi ist im Spitzenschach seit vielen Jahren eine feste Größe. Doch lange hatte es so ausgesehen, als ob „Nepo“ den Sprung nach ganz oben verpassen würde – zu wechselhaft seine Leistungen, denn auf überzeugende Siege folgten immer wieder klare Niederlagen. Wer schnell zieht, macht auch Fehler. Nur eines war immer klar: Wenn Jan Nepomniachtchi am Brett sitzt, dann wird es interessant. So war es auch 2020 und 2021 beim Kandidaten-Turnier – mit viel Offensivdrang setzte er sich dabei auch gegen den eigentlich als stärker eingeschätzten Vize-Weltmeister Caruana durch.

Anfangsoffensive oder gegenseitiges Belauern?

Beim WM-Kampf gegen Magnus Carlsen ist jetzt ein langer Atem gefragt. Ab dem 26. November 2021 treten die beiden insgesamt vierzehnmal gegeneinander an….