Meinung

Corona-Pandemie
Endlich klopft die Impfpflicht an die Vordertür (nicht zu verwechseln mit dem Impfzwang)

Impfen in Düsseldorf: Wer so tut, als hätte er oder sie nichts mit Coronamaßnahmen am Hut, muss endlich in die Verantwortung genommen werden.

© Malte Krudewig / DPA

von Niels Kruse
24.11.2021, 18:37 Uhr

Stimmt der Rhythmus der üblichen Diskussionen über Corona-Maßnahmen, dann dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die Impfpflicht kommt. Das ist gut und richtig so. Aber auch traurig, dass der Staat zu solchen Mitteln greifen muss.

Manche Aussagen von vor gerade einmal einem Jahr klingen mittlerweile wie das Echo aus einer anderen Zeit. Ende Dezember 2020 verkündete Innenminister Horst Seehofer via Zeitungsinterview: „So wichtig das Impfen für uns alle ist: Keine Sonderbehandlung für Geimpfte!“ Impfprivilegien, so war es nicht nur von ihm zu hören, seien Pfui-bah und abzulehnen, allein schon, weil sie die Gesellschaft spalteten. Doch spätestens mit Einführung der 2G-Regel sind sie Alltag geworden und werden vom überwiegenden Teil der Menschen auch begrüßt. Vor allem deswegen, weil ein weitgehend einschränkungsfreies Leben eben kein Sonderrecht, sondern der Normalfall ist – oder es zumindest sein sollte.

Impfpflicht durch die Vordertür

Manch andere Aussagen klingen nicht nur wie aus längst vergangenen Zeiten, sondern galten noch bis vor wenigen Wochen als unumstößliches Mantra. Wie etwa das böse Wort von der „Impfpflicht“. Bis in den Spätsommer hinein wurde es in der Regel mit dem Zusatz „durch die Hintertür“ verwendet, doch seitdem die Inzidenzen durch die Decke gehen, klopft die Impfpflicht wie selbstverständlich an jede Vordertür. Dem Rhythmus der üblichen Diskussionen über Corona-Maßnahmen folgend, dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis sie auch eintreten wird. Das ist gut und richtig so, aber auch traurig,…