Handel
Zoll: Online-Einkauf im Ausland kann teuer werden

Gefälschte Markenuhren (geschädigte Marken: Audemars Piguet, Rolex) liegen im Hauptzollamt Köln auf einem Regal. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

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Immer mehr Bundesbürger bestellen Weihnachtsgeschenke bei Onlinehändlern im Ausland. Manchmal auch unfreiwillig. Das kann zu bösen Überraschungen führen.

Gefälschte Markenuhren, imitierte Sneaker des Modedesigners Alexander McQueen, echte Pythonschlangenleder-Stiefel und eine Dose mit verbotenen Anabolika: Jens Ahland vom Hauptzollamt Köln hat neben sich aufgestapelt, was die Fahnder alles in Paketen aus dem Ausland gefunden und beschlagnahmt haben.

«Gefälschte Schuhe erkenne ich inzwischen oft schon am Geruch», sagt der Zoll-Beamte. «Der billige Kleber riecht einfach nicht gut – als ob man die Schuhe ein Jahr lang getragen hätte.»

Die Zöllner in Köln und anderenorts haben gut zu tun. Denn der durch die Corona-Pandemie beflügelte Boom im Onlinehandel sorgt dafür, dass immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher mit einem Click auch Waren direkt aus China oder den USA bestellen. Nach einer Studie des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln erzielten ausländische Onlineanbieter 2020 in Deutschland einen Umsatz von rund 7,1 Milliarden Euro.

Black Friday und Weihnachten

Gerade in den nächsten Wochen wird wieder eine Flut von Paketen über die Zollämter im ganzen Land hereinbrechen: Schnäppchen vom Black Friday und Weihnachtsgeschenke, die die Menschen in aller Welt bestellt haben. Nicht immer sind sich dabei die Konsumenten bewusst, wo sie ihre Bestellung aufgegeben haben. In der IFH-Umfrage gab fast jeder zweite Befragte (48 Prozent) an, schon einmal unbewusst Ware im Ausland bestellt zu haben. Der Warenwert dieser ungeplanten Importe summierte sich auf 4,1 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die…