Lockdown für Ungeimpfte, Teil-Lockdown für alle, Lockdown im Fußball. Die Vorschläge im Kampf gegen die steigenden Coronazahlen sind zahlreich und nicht neu. Was eigentlich nicht mehr denkbar sein sollte, muss nun doch wohl wieder gedacht werden.

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wird im Interview bei der Rheinischen Post nach möglichen Teil-Lockdowns gefragt. „Ausschließen sollte man in dieser Lage gar nichts, so bitter das ist“, so seine Antwort.

Früher handeln – die neue Devise?

Aber ob es hilft? Spahn hält ein Vorziehen der Ministerpräsidentenkonferenz vom 9. Dezember auf einen früheren Zeitpunkt angesichts der Corona-Lage in Deutschlands Südosten für möglich. „Ich denke sogar, wir werden früher handeln müssen. Wir sehen ja, dass in Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen die Lage sehr ernst ist“, sagte Spahn der Rheinischen Post.

Muss die Situation immer wieder neu erklären – der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn

Und die Infektionszahlen in Deutschland steigen weiter. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 66.884 Positiv-Tests binnen 24 Stunden. Das sind 14.058 Fälle mehr als am Mittwoch vor einer Woche, als 52.826 Neuinfektionen gemeldet wurden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt abermals auf einen Rekordwert von 404,5 von 399,8 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Ungeimpfte im Fokus

CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz hat angesichts der steil steigenden Corona-Infektionszahlen einen Lockdown für Ungeimpfte vorgeschlagen. „Wer nicht geimpft oder genesen ist, kann dann nur noch zur Apotheke, in den Supermarkt und zum Arzt“, sagte Merz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Und er möchte den Druck auf Ungeimpfte noch weiter erhöhen. Sie könnten dann auch nicht mehr arbeiten: „Mit konsequenter 2G-Regelung wäre der Zugang zum Betrieb und zur Arbeitsstelle auch nur noch für Geimpfte und Genese…