Eigentlich hätte er Medizin studieren sollen. So jedenfalls wollten es seine Eltern. Doch am Ende wurde Noah Gordon Journalist – und später Romanautor. Bücher machten ihn glücklich. Auch wenn das Schreiben selbst stets „Folter“ gewesen sei, wie er einmal in einem Interview mit dem Magazin „Stern“ erzählte. Er leide unter dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom und daher falle es ihm sehr schwer, sich auf ein Thema zu konzentrieren. Trotzdem habe er den innigen Wunsch gehabt, „Geschichtenerzähler“ zu werden. 

Wissenschaftsjournalist in New York und Boston

Noah Gordon wurde am 11. November 1926 in einer jüdischen Familie in Massachusetts geboren. Sein Vater, der aus Belarus stammte, war Pfandleiher und Besitzer einer kleinen Künstler-Pension. Er wuchs mit seinem Bruder und seiner Schwester in eher ärmlichen Verhältnissen auf, hatte jedoch das Glück, dass seine Eltern eine ganze Bibliothek aus Büchern besaßen, zu denen er Zugang hatte. 

Später studierte er in Boston Journalismus, wo er auch seine zukünftige Frau Lorraine Seay kennenlernte. Nach dem Studium ging er nach New York, wo er zunächst in verschiedenen Verlagen als Lektoratsassistent arbeitete. Später begann er als Wissenschaftsjournalist für die Tageszeitung „Boston Herald“ zu schreiben und war zudem – zusammen mit seiner Frau Lorraine – Herausgeber zweier medizinischer Fachzeitschriften. 

Der Wunsch, Schriftsteller zu werden, blieb jedoch bestehen. Und als 1965 schließlich sein erster Roman erschien, wurde er für seine Anstrengungen reichlich belohnt. „The Rabbi“ (auf dt. „Der Rabbi“) stand 26 Wochen lang auf der Bestsellerliste der New York Times. In dem Buch geht es um die Liebe zwischen einem Rabbiner und seiner christlichen Ehefrau – und um die Konflikte, die daraus resultieren. 

Der Medicus – Durchbruch im Ausland 

Anfang der 1980er Jahre begann Noah Gordon, sich ganz auf das Schreiben von Romanen zu konzentrieren. Doch ob sein Traum ganz und gar Schriftsteller zu werden in Erfüllung…