Wirtschaftliche Entwicklung
Bundesbank: Inflation von knapp 6 Prozent

Lieferengpässe und die Corona-Infektionszahlen bremsen nach Einschätzung der Bundesbank die Wirtschaft in Deutschland zum Jahresende. Foto: Marcus Brandt/dpa

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Materialengpässe und gestiegene Corona-Infektionszahlen belasten die Wirtschaft. Die Konjunkturerholung dürfte eine Pause einlegen. Verbraucher müssen sich zunächst auf steigende Preise einstellen.

Inflationsraten von knapp 6 Prozent und ein vorläufiges Ende der Konjunkturerholung in Deutschland: Die Aussichten zum Jahresende haben sich inmitten steigender Corona-Zahlen eingetrübt.

Die Bundesbank hält einen Sprung des harmonisierten Verbraucherpreisindexes HVPI, den die EZB für ihre Geldpolitik heranzieht, auf knapp 6 Prozent im November für möglich, wie aus dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der deutschen Notenbank hervorgeht. Zugleich dürfte die wirtschaftliche Erholung im vierten Quartal eine Verschnaufpause einlegen.

Teuerungsraten von 6 Prozent zuletzt 1992

Teuerungsraten um die 6 Prozent hatte das Statistische Bundesamt zuletzt 1992 nach dem nur für deutsche Zwecke gemessenen Verbraucherpreisindex ermittelt. Den HVPI gab es damals noch nicht. Im Oktober dieses Jahres hatten vor allem gestiegene Energiepreise die Inflation nach dem HVPI auf 4,6 Prozent getrieben.

Einen Teil des Anstiegs der Verbraucherpreise führt die Bundesbank auf Sondereffekte wie die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer in Deutschland ab Sommer 2020 in der Corona-Krise zurück. Seit Beginn dieses Jahres gelten wieder die alten Steuersätze.

Der Sondereffekt aus der Mehrwertsteuer entfällt ab Januar 2022. «Dann sollte die Inflationsrate spürbar zurückgehen, obwohl die kräftig gestiegenen Marktnotierungen für Erdgas…