Das öffentliche Leben ist lahmgelegt, erneut: Als erstes Land in Westeuropa befindet sich Österreich angesichts der dramatischen Corona-Lage seit Montag wieder im Lockdown. Für alle – auch für Geimpfte – gelten voraussichtlich für die kommenden 20 Tage strenge Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen.

Geöffnet sind nur noch Geschäfte des täglichen Bedarfs. Der Kulturbetrieb ruht, die Museen, die Zoos, die Fitnessstudios haben geschlossen. Die Menschen dürfen ihr Zuhause nur aus triftigem Grund verlassen. Dazu zählen auch ein Spaziergang oder eine Joggingrunde. Die Schulen sind geöffnet – es ist den Eltern überlassen, ob sie ihren Nachwuchs zum Unterricht schicken. Die Polizei will mit zahlreichen Kontrollen überwachen, ob die Vorschriften eingehalten werden. Erwartungsgemäß waren die Geschäftsstraßen in vielen Städten weitgehend leer.

Blick auf die Kärntnerstraße in Wien am Samstag, den 20. November (oben). Unten: Die Kärtnerstraße nach Beginn des Lockdowns am Montag, den 22. November 2021.

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Kein Kino, kein Theater, kein Lokalbesuch, wenig soziale Kontakte: Der nunmehr vierte Lockdown in Österreich ist aus Sicht vieler Bürger ein Armutszeugnis für die Regierung. Bis zu 75 Prozent der Österreicher vertrauten inzwischen dem Bündnis aus konservativer ÖVP und Grünen aufgrund des fehlgeschlagenen Corona-Managements nicht mehr, sagte der Politologe Peter Filzmaier am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Wie verschiedene Studien weiter zeigten, umfasse das Unbehagen in hohem Maß auch die Opposition. „Das Gefühl der Alternativlosigkeit macht die Sache noch schlimmer“, sagte Filzmaier.

Blick auf die Mariahilfer Straße in Wien am Samstag, den 20. November 2021. Unten: die Mariahilfer Straße nach Beginn des Lockdowns am Montag, den 22. November 2021.

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