Presseschau

Vierte Corona-Welle
Von „Ultima Ratio“ bis Polarisierungsgefahr: So beurteilen Medien die Impfpflicht-Debatte

In einem neuen Düsseldorfer Impfzentrum wird ein Feuerwehrmann gegen Corona geimpft

© Malte Krudewig / DPA

Angesichts der vierten Corona-Welle wird der Ruf nach einer Impfpflicht immer lauter. Inzwischen befürworten auch mehrere Ministerpräsidenten die Maßnahme. Ein Überblick zur Debatte in der Presse.

Jeden Tag erreichen die Corona-Zahlen neue Rekorde. Mit 3G am Arbeitsplatz und in Verkehrsmitteln, 2G im Kultur- und Freizeitbereich und in besonders kritischen Regionen sogar mit Ausgangsbeschränkungen versuchen die Bundesländer dem Trend entgegenzuwirken. Doch Experten warnen, dass sie strengeren Maßnahmen nicht ausreichen werden, um die vierte Welle wirksam in den Griff zu bekommen.

Für viele muss deswegen als letztes Mittel eine allgemeine Corona-Impfpflicht her. Im Nachbarland Österreich soll diese bereits im Februar kommen. Nach Gesundheitsexperten sprechen sich inzwischen auch mehrere Ministerpräsidenten wie Markus Söder und Winfried Kretschmann für die Maßnahme aus. Auch viele deutsche Medien befürworten die Debatte über eine „Ultima Ratio“, kritisieren jedoch eine mögliche Hauruckaktion. Ein Überblick.

„Augsburger Allgemeine“: Solange es keine Impfpflicht gibt, ist es das Recht jedes einzelnen, sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht impfen zu lassen. Wenn aus der Politik nun eine „moralische Pflicht“ angemahnt wird, darf man die Frage stellen, wie sich viele politisch Verantwortliche verhalten: Haben sie nicht ebenso so in den vergangenen Monaten die Realität verdrängt? Gerade die epidemische Notlage geleugnet?

„Berliner Zeitung“: Eine Impfpflicht ist ein großer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Man muss ihn abwägen und sehr gut kommunizieren, um…