Bei 11,6 Millionen Euro schlug der Auktionshammer in Paris auf den Tisch. Zur Versteigerung stand nach Angaben des Auktionshauses Christie’s das 54-seitige Manuskript, das Albert Einstein mit seinem Vertrauten und Mitarbeiter Michele Besso verfasste. Es ist nur eines von zwei bewahrt gebliebenen zur Entstehung der Relativitätstheorie. Es entstand nach Angaben des Auktionshauses 1913 und 1914 in Berlin und Zürich.

Christie’s hatte den Wert des Dokuments im Vorfeld der Auktion auf zwei bis drei Millionen Euro geschätzt. Es handele sich „zweifellos um das wertvollste Einstein-Manuskript“, das jemals bei einer Auktion angeboten worden sei. Handschriftliche Forschungsmanuskripte des Physikers aus dieser Zeit seien „äußerst selten“, erklärte Christie’s. Wer das Manuskript ersteigerte, teilte Christie’s nicht mit. Etwa hundert Schaulustige verfolgten die Versteigerung im Auktionssaal.

E=mc² auf Papier

Das Manuskript befasst sich mit der allgemeinen Relativitätstheorie, in der Einstein auf seiner 1905 ausgearbeiteten speziellen Relativitätstheorie mit der berühmten Formel E=mc² aufbaute. Einsteins 1915 veröffentlichte allgemeine Relativitätstheorie revolutionierte das Verständnis der Menschheit vom Universum und wichtiger physikalischer Phänomene. Sie zählt zu den großen physikalischen Theorien des 20. Jahrhunderts.

Antisemitismus – „ein allgegenwärtiger Feind“

Parallel zur Relativitätstheorie-Versteigerung in Paris kam bei einer Auktion in Jerusalem ein handgeschriebener Brief Einsteins unter den Hammer. Dieser wechselte für 55.000 Dollar (gut 48.000 Euro) den Besitzer. In dem Schreiben aus dem Jahr 1936 berichtet Einstein unter anderem vom Antisemitismus in den USA. „Dieser nimmt zwar niemals die Form von brutalen Reden und Handlungen an, arbeitet aber desto intensiver unter der Decke“, schreibt Einstein, der damals in Princeton im US-Staat New Jersey lehrte. „Er ist sozusagen ein allgegenwärtiger Feind, den man aber nie zu sehen sondern nur zu fühlen bekommt.“