Corona-Pandemie
Handel zu, Schulen auf – Österreichs Kurs durch den Lockdown

Leergefegt. Ein Restaurant in Wien. Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa

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Österreich ist in einer extrem kritischen Corona-Situation. Das Land sucht mit bekannten Regeln, aber auch neuen Impulsen einen Ausweg. Die Wirtschaft beginnt bereits zu leiden – und hofft auf Weihnachten.

Im vierten Lockdown wagt Österreich ein Experiment: Die Schulen bleiben offen. Die Regierung hat es den Eltern überlassen, ob sie ihre Sprösslinge in die Schule schicken oder nicht.

Nach ersten Zahlen des Bildungsministeriums saßen am Montag, zum Start des Lockdowns, 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit einer FFP2-Maske im Klassenzimmer. Für Daheimgebliebene ist laut Ministerium kein Online-Unterricht vorgesehen, sondern wöchentlich abzuarbeitende Aufgabenpakete.

«Es handelt sich um ein absolutes Kommunikationsdesaster», sagte der Lehrer-Gewerkschaftschef Paul Kimberger der Deutschen Presse-Agentur. «Das Hauptproblem ist die Unklarheit», meinte auch Österreichs Bundesschulsprecherin Susanna Öllinger. In einigen Schulen hätten Direktoren Druck ausgeübt, den Unterricht weiter zu besuchen, berichtete die 18-Jährige.

Schüler besonders stark betroffen

Die Brisanz liegt darin, dass das Coronavirus besonders stark in der Altersgruppe der Schüler grassiert. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist mit 2200 doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung. Das Argument des Ministeriums ist, dass die Schüler dreimal in der Woche getestet und so perfekt überwacht würden. Außerdem sagt die Erfahrung, dass Home-Schooling viele Eltern und Kinder überforderte.

Österreich manövriert ansonsten mit bekannten Regeln – so sind alle Geschäfte jenseits des täglichen Bedarfs geschlossen – und neuen Maßnahmen durch…