Es ist eine Geschichte, wie sie wohl jeder gern erleben würde. Ein Mann ersteht bei einem Nachlassverkauf in den USA ein Kunstwerk für 30 US-Dollar – in der Annahme, es handele sich um eine Reproduktion aus dem 20. Jahrhundert. Später aber stellt sich heraus, dass es sich um eine Original-Zeichnung des deutschen Renaissance-StarmalersAlbrecht Dürer handelt – und daher vermutlich mehrere Millionen wert sein könnte. Zu sehen ist „Die Jungfrau und das Kind“ – so der Titel der Zeichnung -, die auf einer grasbewachsenen Bank sitzen. 

Albrecht Dürer – Genie und Revolutionär

Dürer ist einer bedeutendsten deutschen Künstler, seine „Apokalyptischen Reiter“ gehören zu den Meisterwerken der Kunstgeschichte. 1471 geboren und 1528 gestorben, lebte Albrecht Dürer an der Schwelle vom Spätmittelalter in die frühe Neuzeit. 

Es ist eine Zeit, die große gesellschaftliche Umbrüche mit sich brachte: Kirche und Religion verloren immer mehr an Bedeutung. Stattdessen rückte das Individuum in den Vordergrund – auch in der Kunst. Das neue Menschenbild der Renaissance zeichnet sich in der Literatur, der Architektur und eben auch der Malerei und Bildhauerei ab. Albrecht Dürers Werk bezeugt diese großen Entwicklungen der Zeit. 

Die apokalyptischen Reiter – wie Dürer sie sah (1497-98)

Seine Heimatstadt Nürnberg war zu Dürers Lebzeiten ein Zentrum des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens. Das verhalf dem Meister des Holz- und Kupferstichs zu frühem Ruhm. Ein anderer Grund: Auch der Kunstmarkt veränderte sich in dieser Zeit rasant. Dürer war finanziell sehr erfolgreich, einerseits durch eine Rente des Kaisers, andererseits durch den Verkauf seiner Bilder, zum Beispiel auf der Messe in Frankfurt. So stieg er schnell zu einem Superstar der europäischen Kunstszene auf – und das noch zu Lebzeiten.

Eine Ausbildung zum Goldschmied verhalf ihm zu seinen herausragenden handwerklichen Fähigkeiten. In seinem Beruf lernte er, Metalloberflächen zu bearbeiten. Dieses Wissen…