von Daniel Bakir
22.11.2021, 11:35 Uhr

Millionen Kunden können Kontogebühren von ihrer Bank zurückfordern. Aber wer tut sich den Stress an? Spezialisierte Anbieter nehmen Verbrauchern die Arbeit ab – und verraten, welche Banken kooperieren und welche sich sträuben.

Eigentlich ist das Urteil des Bundesgerichtshofs klar: Über Jahre haben die Banken ihren Kunden die Girokonto-Gebühren erhöht, ohne sie um die benötigte Zustimmung zu fragen. Daher müssen sie zu viel kassierte Gebühren zurückzahlen, Millionen Kunden steht eine Erstattung zu (Az. XI ZR 26/20).

Doch obwohl der Richterspruch nun schon ein halbes Jahr alt ist, zahlen offenbar immer noch viele Banken nicht. Manche Institute halten ihre Kunden hin, andere erstatten nur Teilbeträge oder setzen Kunden unter Druck, auf ihr Geld zu verzichten, wie Verbraucherschützer berichten. Die Verbraucherzentralen haben mittlerweile Klagen gegen mehrere Sparkassen, Sparda- und Volksbanken eingereicht, die sich gegen Erstattungen sträuben. Und auch die Finanzaufsicht Bafin drohte zuletzt offen mit Konsequenzen, sollten einzelne Institute das Urteil nicht angemessen umsetzen.

Kunden müssen aktiv werden

Dazu kommt ein weiteres Problem: Wer unzulässig erhobene Gebühren zurückhaben will, muss selbst aktiv werden. Und das ist mitunter kompliziert. Zwar bieten die Verbraucherzentralen Musterbriefe an, an denen man sich orientieren kann. Aber trotzdem muss jeder noch individuell recherchieren, was ihm zusteht. Kundinnen und Kunden müssen in alten Abrechnungen nachschauen, wann ihnen die Gebühren erhöht wurden und ausrechnen, wieviel sie samt Zinsen zurückfordern können.

Ganz schön aufwendig, nur um am Ende ein paar Euro Gebühren zurückzubekommen. „Alle Banken akzeptieren das Urteil, aber keine einzige Bank entschädigt ihre Kunden proaktiv. Die Institute lassen sich lieber von ihren Kunden einzeln…