Politische Polarisierung
Deutsche gespaltener als in vergangenen Jahrzehnten

Eine deutliche Mehrheit der Wahlberechtigten in Deutschland verortet sich politisch selbst in der Mitte.

© Paul Zinken / DPA

Die Konrad Adenauer-Stiftung stellt in einer Studie fest: im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten wird die Polarisierung von Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten stärker. 

Die Kluft zwischen Menschen mit sehr unterschiedlichen politischen Ansichten ist in Deutschland in den vergangenen zwei Jahrzehnten gewachsen.

So groß wie in den 1980er Jahren war sie aber zuletzt nach einer neuen Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) nicht. Die Analyse, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, stützt sich vor allem auf zwei repräsentative Umfragen in den Jahren 2019 und 2020. 

Die jüngste Befragung zeigt: Politisch motivierte Vorbehalte sind aktuell besonders zwischen den Unterstützern der AfD auf der einen Seite und Anhängern der Grünen auf der anderen Seite zu finden. In etwas geringerem Ausmaß trifft das auch auf die Anhänger von AfD und Linkspartei zu. In den ersten Jahren nach Gründung der Grünen 1980 war der Graben zwischen Wählern von CDU und CSU auf der einen und den Anhängern der neuen Öko-Partei auf der anderen Seite besonders groß gewesen.

Als Beispiele für Politikfelder, in denen die Meinungen zuletzt weiter auseinandergingen als früher nennt die Studie Zuwanderung sowie Steuern, Sozialleistungen und Klimaschutz. Etwa in der Frage des Klimaschutzes in Konkurrenz zum Wirtschaftswachstum haben sich die Anhänger verschiedener Parteien auseinanderbewegt. 2013 betrug der Abstand zwischen den beiden am weitesten voneinander entfernten Parteien – damals Union und Grüne – 2,2 Punkte. Ende 2019/Anfang 2020 lag der maximale Abstand zwischen den Parteien bei 3,8 Punkten auf der Skala, nun zwischen der AfD und den…