„Für Geld waschen wir alles rein“, stand auf dem riesigen Transparent, das Fans von Bayern München vor dem Anpfiff des Bundesliga-Heimspiels gegen den SC Freiburg ausgerollt hatten. Unter dem Schriftzug waren Vorstandschef Oliver Kahn und Vereinspräsident Herbert Hainer neben einer Waschmaschine mit der Aufschrift „FCB AG“ beim Waschen blutverschmierter Kleidung zu sehen. In seiner linken Hand trug Kahn einen Koffer voller Geld mit der Aufschrift „You can rely on us“ („Ihr könnt euch auf uns verlassen“).

Der beim FC Bayern schon länger schwelende Protest gegen das Sponsoring der katarischen Staats-Airline Qatar Airways hat dadurch eine neue öffentliche Dimension erreicht. Der kommende WM-Gastgeber Katar steht wegen Verstößen gegen und Missachtung der Menschenrechte seit Jahren massiv in der Kritik – vor allem in Europa. Und genau hier betreibt das Land intensiv das sogenannte „Sportswashing“, bei dem man sich durch Sponsoringaktivitäten – gerne auch „Partnerschaften“ genannt, das positive Image von Klubs wie beispielsweise dem deutschen Rekordmeister zu Nutze macht. 

Gesicht und Stimme des Protestes

Die Klubs ihrerseits profitieren von den lukrativen Rahmenbedingungen dieser Deals und gemeinsam sonnt man sich bestenfalls im Glanz des internationalen Erfolges. Für Bayern-Mitglied Michael Ott eine zweifelhafte Praktik. „Man kann auf solche Erfolge nicht mehr stolz sein, wenn man weiß, mit welchen Lasten und mit welchen Kompromissen die erarbeitet wurden“, sagte der Anhänger des deutschen Rekordmeisters der DW. „Wenn ich weiß, dass dieses Geld aus Katar kommt und mit schweren Menschenrechtsverletzungen verbunden ist, wenn es überspitzt gesagt Blutgeld ist, dann sind damit verbundene Erfolge belastet und dafür muss man sich aus meiner Sicht schämen.“ 

Viele ausländische Arbeiter wirken beim Bau der WM-Stadien mit – unter katastrophalen Bedingungen

Ott ist Gesicht und Stimme der Fans, die für eine Beendigung des Sponsorings durch Qatar Airways…