Raumfahrt
Weltraummedizinerin: Astronauten wachsen im All

Nasa-Astronautin Sunita Williams trainiert auf einem Laufband in der Schwerelosigkeit (Archivfoto). Foto: -/NASA/dpa

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Medizin im Weltraum ist eine vergleichsweise junge Wissenschaft. Gerade mit Blick auf künftige Missionen von Astronauten auf den Mars wird viel geforscht. Weltraumtouristen könnten da helfen.

Bei einem Flug ins All werden Astronautinnen und Astronauten in der Schwerelosigkeit größer. «Die Bandscheiben dehnen sich aus und man wächst in den ersten 24 Stunden um durchschnittlich fünfeineinhalb Zentimeter in die Länge», sagt die Weltraummedizinerin Bergita Ganse.

Aber: «Wenn man auf die Erde zurückkommt, schrumpft man wieder auf die Ausgangsgröße zurück», sagt die Professorin, die an der Universität des Saarlandes lehrt – und die sechsmonatige Mission des saarländischen Astronauten Matthias Maurer (51) auf der Internationalen Raumstation ISS genau verfolgt.

Eine weitere kurzfristige Veränderung, die auch Weltraumtouristen erlebten, sei eine Flüssigkeitsverschiebung (fluid shift) im Körper Richtung Oberkörper und Kopf. «Die führt dazu, dass man in den ersten 24 Stunden 1,5 Liter Wasser auspinkelt – und dass man ein sehr dickes Gesicht und ganz dünne Beine bekommt», sagt Ganse, die zuvor auch beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln gearbeitet hat. Erklärung: Normalerweise zieht die Schwerkraft das Wasser in die Beine, aber in der Schwerelosigkeit gibt es das nicht.

Muskelschwund ist ein Problem

Langfristig bauten sich die Muskeln ab, da man sie im schwerelosen Raum nicht benutze. «Man muss da ja einen schweren Gegenstand nur anstupsen, damit er sich bewegt.» Auch der Herzmuskel werde kleiner. Auf der ISS seien daher täglich für die Astronauten zweieinhalb Stunden Training angesetzt: mit einem…