Mit dem harten Lockdown für alle, also auch für Geimpfte, will die Regierung in Wien die vierte Corona-Welle in den Griff bekommen. Von diesem Montag an dürfen die Menschen ihr Zuhause nur noch aus triftigem Grund verlassen. Erlaubt sind der Gang zur Arbeit, das Einkaufen für den täglichen Bedarf oder der Aufenthalt im Freien, um Sport zu machen oder spazieren zu gehen.

Der gesamte Handel muss schließen. Nur Supermärkte, Apotheken, Drogerien sowie Tabak- und Zeitschriftenläden dürfen geöffnet bleiben. Hotels sind ebenfalls geschlossen, Restaurants oder Gaststätten dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen verkaufen. Auch der Freizeit- und Kulturbereich ruht. Schulen und Kindergärten sollen „prinzipiell“ offen bleiben, allerdings appelliert die Regierung an alle Eltern, ihre Kinder möglichst zu Hause zu behalten. Bundeskanzler Alexander Schallenberg bat die Bevölkerung über die sozialen Medien nochmals, sich an den Lockdown zu halten.

In allen öffentlichen, geschlossenen Innenräumen gilt eine FFP2-Maskenpflicht – die Maskenpflicht gilt auch am Arbeitsplatz, dort ist zudem weiterhin die 3G-Regel in Kraft. Dies bedeutet, Mitarbeiter müssen nachweisen, dass sie geimpft, von COVID-19 genesen oder negativ getestet sind. Auch der bekannte Zwei-Meter-Abstand gilt wieder.

Stimmung wird aggressiver 

Unter den Gegnern dieser Corona-Maßnahmen beobachten Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und die Polizei nach eigenen Angaben einen deutlich aggressiveren Ton. Sie verwiesen auf die Großdemonstration vom Samstag in Wien, an der nach unterschiedlichen Angaben zwischen 40.000 und 100.000 Menschen teilgenommen hatten, um gegen den Lockdown und die ab Februar geltende Impfpflicht zu protestieren.

Darunter seien „besorgte Bürgerinnen und Bürger“ gewesen, aber auch Rechtsextreme, Neonazis und „gewaltbereite Hooligangruppen“, die sich Auseinandersetzungen mit Polizisten geliefert hätten, so Nehammer. Kamerateams und Journalisten seien beschimpft und auch angegriffen…