Ein Formel-1-Rennen ist immer ein Großereignis, egal ob in Monaco, am Nürburgring oder im saudi-arabischen Dschiddah. Ein Rahmenprogramm mit reichlich Prominenz und Glamour gehört zum Rennzirkus dazu – und in Dschiddah soll es am 5. Dezember unter anderem von Superstars wie Justin Bieber, Jason Derulo, A$AP Rocky und David Guetta bestritten werden.

Dies sind nicht die ersten Weltstars der Musikszene, die von Saudi-Arabien eingeladen worden sind, in dem Land aufzutreten: Enrique Iglesias, Mariah Carey, Andrea Bocelli, Janet Jackson, 50 Cent und Jennifer Lopez haben dort schon Konzerte gegeben. Für Unterhaltungs-, Sport- und Kulturveranstaltungen wird viel Geld ausgegeben, in einem Land das sich nach außen hin weltoffen zeigt und gleichzeitig für seinen Umgang mit Menschenrechten kritisiert wird.

„Singe nicht für die Mörder meines geliebten Jamal“

Weltweites Aufsehen erregte der Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi am 2. Oktober 2018. Er hatte die saudische Vertretung in Istanbul aufgesucht, um wichtige Papiere abzuholen. Im Konsulat ist er ermordet worden – von einem saudischen Tötungskommando, das mutmaßlich dem Befehl des Kronprinzen Mohammed bin Salman unterstellt war.Khashoggi hatte häufig Kritik an der saudischen Monarchie, insbesondere an bin Salman, geäußert.

Hatice Cengiz

Khashoggis damalige Verlobte Hatice Cengiz kämpft bis heute für Gerechtigkeit und bat Justin Bieber nun in einem Washington Post-Artikel darum, seinen geplanten Auftritt abzusagen. Mit den Worten: „Singe nicht für die Mörder meines geliebten Jamal“.

Hashtag #Bieberfans4humanrights

Unter dem Hashtag #Bieberfans4humanrights wird seit Tagen auf Twitter dazu aufgerufen, den kanadischen Popstar und seine Kolleginnen und Kollegen von ihren Auftritten abzubringen. Denn die saudische Regierung wolle diese Berühmtheiten dazu benutzen, ihre miserable Menschenrechtsbilanz zu aufzupolieren, heißt es bei der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, die den Hashtag ins Leben gerufen…