Finanzen
UN warnen vor Zusammenbruch des afghanischen Bankensystems

Afghanische Männer warten vor einer Bank in Kabul, um Geld abzuheben. Foto: Oliver Weiken/dpa

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Die Machtübernahme der Taliban hat in Afgahnistan nicht nur zu gesellschaftlichen und politischen Verwerfungen geführt. Auch das Finanzwesen stößt an seine Grenzen.

Die Vereinten Nationen haben vor schweren Folgen eines Zusammenbruchs des afghanischen Bankensystems gewarnt. Die wirtschaftlichen Kosten mit den gesellschaftlichen Folgen seien «kolossal», heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP).

Je länger die Verzögerung der Wiederherstellung des Finanz- und Bankensystems dauere, desto länger sei die Erholungsphase aufgrund des folgenden Vertrauensverlusts der internationalen Märkte. Diese Erosion sei schwer zu beheben und könne Jahrzehnte dauern. Der Schutz wenigstens eines Teils des kommerziellen Bankensystems sei zudem notwendig, um humanitäre Hilfe leisten zu können.

Die Taliban hatten nach Beginn des Abzugs der internationalen Nato-Truppen weite Teile Afghanistans erobert. Am 15. August zogen die militanten Islamisten kampflos in die Hauptstadt Kabul ein und regieren seitdem. Gleichzeitig stellten Geberländer Hilfs- und Entwicklungsgelder für das Land ein. Reserven der afghanischen Zentralbank von mehr als 9 Milliarden Dollar wurden eingefroren. Internationale Überweisungen in das Land über das Swift-System sind ausgesetzt.

Seither gibt es keine regulären Dollar-Lieferungen mehr in das Land, was zu einer Liquiditätskrise führte. Kontoinhaber können nur kleine Geldbeträge abheben. Banken haben die Kreditvergabe eingestellt. Die Einlagen auf afghanischen Banken sinken zudem laut dem UNDP-Bericht – Schätzungen zufolge bis Jahresende im Vergleich zu Ende 2020 um rund 40 Prozent. Gleichzeitig stiegen die…