Meinung

Kimmich, Gnabry und Co.
Selbst die übermächtigen Bayern müssen vor den Ungeimpften kapitulieren

Bayerns Mittelfeldstar Joshua Kimmich ist einer von mehreren ungeimpften Profis im Kader des Rekordmeisters

© Sven Hoppe / DPA

von Yannik Schüller
22.11.2021, 15:38 Uhr

Der FC Bayern hat vier seiner ungeimpften Profis – darunter die Nationalspieler Kimmich, Gnabry und Musiala – nachträglich das Gehalt gestrichen, das sie trotz Corona-Quarantäne erhalten haben. Die vermeintlich harte Maßnahme hat lediglich Symbolcharakter.

Nein, der FC Bayern hat in Augsburg nicht verloren, weil Joshua Kimmich gefehlt hat. Auch Trainer Julian Nagelsmann war diese Ausrede berechtigterweise „zu plump“. Klar, Kimmich ist der Motor im Kader des Rekordmeisters. Aber selbst im Leerlauf bergab überrollen die Münchner normalerweise jedes (sportliche) Hindernis. Nun wird Fußball aber nicht nur auf, sondern auch abseits des Rasens gewonnen – Floskel hin oder her. Das gilt für Kreisligisten und Profis gleichermaßen.

Denn natürlich sorgt der mediale Wirbel um die Münchner Koalition der Impfunwilligen für Unruhe in der Mannschaft. Ob das dem Klub sportlich schadet, sei einmal dahingestellt. Nun ist der FC Bayern aber mehr als ein Verein – er ist ein erfolgsorientiertes Wirtschaftsunternehmen, der mitgliederstärkste Fußballklub der Welt. Kein anderer deutscher Verein orchestriert so penibel seine Außendarstellung. Und Kimmich und Co. musizieren nicht im Takt.

Ohnmächtige Führungsriege

Dass die Bayern-Bosse dem Quartett der Ungeimpften – bestehend aus Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Jamal Musiala und Eric Maxim Choupo-Moting – das Gehalt für den Ausfall während ihrer Corona-Quarantäne streichen, ist daher vollkommen richtig. Aber letztendlich zeigt es nur, wie ohnmächtig die Führungsriege in dieser Situation ist. Der Verdienstausfall…