Corona-Pandemie
Sachsen im «Wellenbrecher» – Droht die Triage?

Überwachungsbildschirme der einzelnen Patienten auf der Covid-19-Intensivstation im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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Kein anderes Bundesland hat so hohe Corona-Infektionszahlen wie Sachsen. Die Trendwende sollen seit Montag neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens bringen. Doch reicht das?

Die Corona-Inzidenz nähert sich in Sachsen in großen Schritten der Marke von 1000, gut jede zehnte Schule ist wegen der hohen Infektionen inzwischen ganz oder zumindest teilweise geschlossen.

Um die dramatisch steigenden Fallzahlen in den Griff zu bekommen, befindet sich der Freistaat seit Montag im sogenannten «Wellenbrecher». Das öffentliche Leben ist besonders für Ungeimpfte eingeschränkt. Um Schlimmeres abzuwenden, könnte es aber schon zu spät sein, meint zumindest der Präsident der Landesärztekammer, Erik Bodendieck. Der Freistaat müsse sich auf eine Triage vorbereiten.

Dem Sender NDR Info sagte Bodendieck, es stünden im Freistaat nur noch wenige Betten auf den Intensivstationen zur Verfügung. Wenn sich daran nichts ändere, müsse über eine Auswahl nachgedacht werden, wer behandelt werde und wer nicht. «Wir müssen triagieren, und das werde ich diese Woche mit meinen Kolleginnen und Kollegen in den Kliniken nochmal besprechen.» Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen.

Hilfe ist nötig

Eine präventive Triage, also das Freihalten von Betten, sei rechtlich nicht möglich. «Für ungeimpfte Patientinnen und Patienten in einer Covid-Situation ist das in aller Regel nicht der Fall, dass sie eine Covid-Situation überstehen können», sagte Bodendieck. Sachsen sei in jedem Fall auf die Hilfe anderer Bundesländer angewiesen.