Corona
Hospitalisierungsinzidenz: Ein wichtiger Wert mit Tücken

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen wird mit den neuesten Regelungen nun noch wichtiger. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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Braucht ein Bundesland härtere Corona-Regeln? Das soll künftig anhand einer Kennzahl entschieden werden, bei dem es um die Belastung von Kliniken geht. Doch der Wert ist mit Vorsicht zu genießen.

«Ganz Deutschland ist ein einziger großer Ausbruch», sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Freitag in Berlin – und forderte schärfere Maßnahmen.

Um die Pandemie in den Griff zu bekommen, legten Bund und Länder am Donnerstag unter anderem neue Alarmwerte für Beschränkungen fest, die auf der sogenannten Hospitalisierungsinzidenz auf Bundeslandebene beruhen. Aber ist dieser Wert der richtige im Kampf gegen Corona?

Was genau wurde beschlossen?

Bund und Länder vereinbarten einen neuen Krisenmechanismus. Beim Überschreiten bestimmter Belastungsschwellen der Kliniken in einem Bundesland sollen dort schärfere Corona-Maßnahmen greifen – nach bundesweit einheitlichen Regeln. Dafür soll es künftig drei Stufen geben. Stufe 1 bedeutet flächendeckende Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene (2G) etwa zu Veranstaltungen, der Gastronomie, beim Friseur oder in Hotels – sofern das nicht schon gilt. Bei Stufe 2 sollen auch für Geimpfte und Genesene zusätzlich Testnachweise oder andere Maßnahmen gelten (2G plus), etwa in Discos und Bars. Stufe 3 heißt, dass – nach einem Landtagsbeschluss – weitere rigide Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder Veranstaltungsverbote kommen sollen.

Auf welche Zahl soll geschaut werden?

Orientierungsgröße ist die Hospitalisierungsinzidenz, die das RKI laufend für jedes Land…