Artenschutz
Die ungewisse Zukunft Deutschlands wilder Wisente

Zwei Wisente stehen im Gehege der «Wisent-Wildnis» in Bad Berleburg. Foto: Dieter Menne/dpa

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Wisente waren in einst ausgerottet, doch infolge von Auswilderungsprojekten wächst die Population. Im Rothaargebirge streift seit acht Jahren eine Herde durch die Wälder – nicht zu jedermanns Freude.

Deutschlands einzige wilde Wisent-Herde demonstriert an diesem Novembertag, was Freiheit heißt: Keines der imposanten Riesenrinder lässt sich blicken. An welcher Stelle genau sie zur Zeit durch das Rothaargebirge streifen ist unbekannt.

«Wir haben seit ein paar Tagen keinen Kontakt. Sie sind in irgendeinem Tal, wo wir kein GPS-Signal kriegen», sagt Wisent-Ranger Henrik Brinkschulte. «Sie sind halt freilebend», so der 24-Jährige schulterzuckend.

Zukunft des Artenschutzprojekts

Noch zumindest. Die anfangs achtköpfige Herde war 2013 ausgewildert worden. Acht Jahre später ist offen, wie es mit dem Artenschutzprojekt weitergeht. Seit Jahren läuft ein Rechtsstreit zwischen einigen Waldbesitzern und dem Trägerverein des Projekts, weil die Wisente in den Wirtschaftswäldern Baumrinden abknabbern, die Bäume dadurch absterben können.

Zuletzt bekamen die klagenden Waldbauern Recht: Sie müssen nicht hinnehmen, dass die Wisente ihre Grundstücke betreten und Schäden an den Bäumen anrichten, so das noch nicht rechtskräftige Urteil des Oberlandesgerichts in Hamm.

Ungeachtet dessen soll ein von der Politik beauftragtes, noch nicht veröffentlichtes Gutachten Entscheidungshilfe geben, ob oder wie das Projekt weitergeführt werden kann. Es geht auch um Grundsätzliches: Wem gehört der Wald, der eben nicht Natur pur ist, sondern auch der Holzgewinnung dient und sich dazu in Nordrhein-Westfalen zu einem…