Eigentlich ist die Zeit überreif für seinen ersten Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier. Das spürt auch Alexander Zverev selbst. „Ich kann nur eins sagen: Ich werde dafür alles tun. Ich werde so viel Arbeit wie möglich reinstecken und meinen Arsch dafür aufreißen, dass es passiert“, sagte der 24 Jahre alte Deutsche, nachdem er in Turin zum zweiten Mal nach 2018 das ATP-Finale gewonnen hatte, das Jahresabschlussturnier der acht besten Tennisprofis der Welt, die inoffizielle WM. „Ich kann mich selber Weltmeister nennen. Das ist schon ein Wahnsinnsgefühl“, freute sich Zverev und sprach von einem „Wahnsinnsjahr mit dem perfekten Abschluss“.

Höhepunkt Olympiasieg

Mit dem Triumph im Norden Italiens geht Zverevs bisher erfolgreichstes Tennisjahr zu Ende: Neben dem ATP-Finale gewann er fünf weitere Titel: bei den ATP-Turnieren in Acapulco, in Madrid, in Cincinnati und Wien und als größter bisheriger Erfolg seiner Karriere olympisches Gold bei den Sommerspielen in Tokio.

Sein Auftreten in Tokio brachte Zverev in Deutschland viel Sympathie ein – nicht nur wegen der Goldmedaille

Mit dem Ritterschlag – einem Sieg bei einem der vier prestigeträchtigen Grand-Slam-Turniere – wurde es jedoch auch 2021 nichts für den Weltranglistendritten aus Deutschland: Bei den Australian Open in Melbourne scheiterte Zverev im Viertelfinale (in vier Sätzen am Weltranglistenersten Novak Djokovic aus Serbien), bei den French Open in Paris im Halbfinale (in fünf Sätzen am Griechen Stefanos Tsitsipatis), in Wimbledon im Achtelfinale (in fünf Sätzen am Kanadier Felix Auger-Aliassime) und bei den US Open in New York im Halbfinale (in fünf Sätzen an Djokovic).

Auf Augenhöhe mit Djokovic und Medwedew

Die Tatsache, dass Zverev in drei von vier Fällen nach Fünf-Satz-Spielen ausschied, zeigt, dass nicht viel fehlte: im entscheidenden Augenblick die Kraft, die Konzentration oder vielleicht auch nur das nötige Quäntchen Glück. Dass es auch anderes laufen kann, zeigte Zverev bei seinen…