Fragt man den umtriebigen Dirigenten Kent Nagano, ob er sich mit 70 Jahren nicht genauer überlegt, wie er seine Energien einteilt, dann antwortet er mit den Worten des Rock- und Jazzmusikers Frank Zappa: Es sei ein Privileg, Musik zu machen. „Ich habe eigentlich ständig Ferien und tue genau das, was ich am liebsten tun möchte“, sagt Nagano im Interview mit der Deutschen Welle. Natürlich müsse er stärkere Prioritäten setzen als in jungen Jahren, aber er habe noch viele Träume und Ideen und vor allen Dingen noch zahlreiche Orchesterprojekte vor sich. „Nicht jeder ist in der wunderbaren Situation, dass er seine Leidenschaft zum Beruf machen kann. In diesem Sinne fühle ich mich sehr glücklich.“

Kent Nagano dirigiert gerne in der Elbphilharmonie

Umgeben von klassischer Musik

Kent Nagano, Amerikaner mit japanischen Wurzeln, stammt aus dem kleinen kalifornischen Fischerdorf Morro Bay. Seine Mutter war Mikrobiologin und Pianistin. Mit klassischer Musik ist er zu Hause aufgewachsen. Als Nagano später an der University of California in Santa Cruz klassische Musik und Soziologie studierte, hatte er kaum Ohren für die Rock- und Popmusik seiner Generation.

Frank Zappas Musik lag ihm fern und doch hat der Rock- und Jazzmusiker Kent Nagano ein Stück seines musikalischen Weges persönlich begleitet. Er ist eine der 10 Personen, über die Kent Nagano in seinem Buch „10 Lessons of my Life. Was wirklich zählt“ mit der Autorin Inge Kloepfer gesprochen hat.

Kent Nagano und Frank Zappa

Frank Zappa hat Kent Nagano musikalisch inspiriert

„Rock- und Popmusik waren bei uns zu Hause regelrecht verboten“, sagt Nagano im DW-Interview. „Meine Mutter hielt es für die falsche Richtung und sie war ja meine erste Klavierlehrerin“. Erst als der französische Dirigent und Komponist Pierre Boulez Zappas Musik dirigieren wollte, wurde Nagano auf den Musiker aufmerksam und besuchte eins seiner Rock-Konzerte.

Bei Pierre Boulez hatte Nagano eine Zeitlang studiert. „Man kann sich kaum vorstellen,…