Im Sudan gibt es offenbar eine Einigung auf eine Wiedereinsetzung des bei dem Militärputsch vor vier Wochen entmachteten Regierungschefs Abdalla Hamdok. Das Militär habe einer entsprechenden Vereinbarung in Vermittlungsgesprächen zugestimmt, hieß es in Verhandlungskreisen. 

Politische Gefangene sollen freikommen

Hamdok solle ein unabhängiges Kabinett aus Technokraten bilden, und alle politischen Gefangenen und inhaftierten Politiker sollten im Rahmen der Vereinbarung zwischen dem Militär und den zivilen Parteien freigelassen werden, so Fadlallah Burma Nasir. Er ist der Vorsitzende der Umma-Partei und hatte an den Verhandlungen teilgenommen.

Der nationale Souveränitätsrat soll nach Angaben des Politikers noch im Laufe dieses Sonntags zu einer Sondersitzung zur Bekanntgabe der Entscheidung zusammenkommen. Es ist bislang unklar, ob auch Militärvertreter der neuen Regierung angehören werden.

Der neue starke Mann in Khartum: General al-Burhan (bei einer Pressekonferenz kurz nach dem Putsch Ende Oktober)

Nach dem Putsch am 25. Oktober hatte der neue Machthaber, General Abdel Fattah al-Burhan, die Regierung aufgelöst, einen Ausnahmezustand verhängt und Hamdok unter Hausarrest festgehalten. Al-Burhan hatte zudem die Übergangsregierung abberufen, Politiker festnehmen lassen und auch den paritätisch geführten zivil-militärischen Rat aufgelöst.

Dieser Rat sollte nach dem Sturz des autokratischen Machthabers Omar al-Bashir vor zweieinhalb Jahren den demokratischen Prozess im Sudan vorantreiben und eine für 2023 geplante Wahl vorbereiten.

Tote bei Protesten

In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Proteste Tausender Sudanesen, die mehr Demokratie und eine zivile Regierung in dem Land mit 44 Millionen Einwohnern fordern. Vor wenigen Tagen waren bei Kundgebungen für Demokratie mindestens 15 Zivilisten durch den Einsatz scharfer Munition getötet worden. Auch die internationale Gemeinschaft verlangt die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung im…