Der Investigativjournalist Abdiazis Mohamud Gulled – gemeinhin bekannt als Abdiazis Afrika – hatte mit einem Kollegen in einem Restaurant in Somalias Hauptstadt zu Abend gegessen. Als der Direktor des Senders Radio Mogadischu das Gebäude verließ und in seinen Wagen steigen wollte, rannte ein Selbstmordattentäter auf das Fahrzeug zu und sprengte sich in die Luft, wie Augenzeugen und Regierungsvertreter schilderten. Der Fahrer und Gulleds Kollege wurden bei dem Anschlag in Mogadischu verletzt. Bei dem Kollegen handelt es sich um den Leiter des staatlichen Fernsehens in Somalia.  

Die sunnitische Terrormiliz Al-Shabaab reklamierte das Attentat für sich. Die Gruppierung mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida kontrolliert weite Teile des somalischen Hinterlandes. Sie kämpft gegen die international anerkannte Regierung in Mogadischu und verübt immer wieder Anschläge auf Regierungseinrichtungen, Sicherheitskräfte, Hotels und Märkte.

Schwerpunkt Terrorismus

Militante Extremisten hatten in der Vergangenheit bereits mehrfach versucht, Gulled zu ermorden. Der Journalist hatte vor allem zum Thema Terrorismus in dem Land am Horn von Afrika recherchiert. Seine Sendungen zogen ein großes Publikum innerhalb und außerhalb des Landes an.

Somalia gilt als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten in Afrika. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen wurden seit 2010 mehr als 50 Medienvertreter in dem ostafrikanischen Land getötet.

se/wa (afp, rtr, dpa)